
Hercules (Disney) : Limited Edition (Hercules, 1997)

Zeichentrick,
 89min, , , Letterbox, , PAL, EAN: 4012050308087 |
Wertung und Kurzfazit
| | (5/5) - (5/5) - (5/5) - (1/5) - (4/5) |
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| Review von ()
 Gesamtansicht | Zum Film Herakles (lat. Hercules) war der berühmteste und volkstümlichste aller griechischen Heroen. Er war Sohn des Göttervaters Zeus und der Menschenfrau Alkmene. Sein Name heisst wörtlich ´der durch Hera berühmte´ und deutet auf Hera und ihren unversöhnlichen Haß auf Herakles aufgrund Ihrer Eifersucht auf Zeus´ Liebschaft mit Alkmene, hin. Die älteren griechischen Quellen informieren nur dürftig über Herakles, und so muss man für eine zusammenhängende Darstellung auf spätere Berichte zurückgreifen. Die erhaltenen Schriften ergeben aber ein deutliches Charakterbild, in dem ein Übermaß an Tapferkeit, Härte, Ausdauer, Gutmütigkeit, Mitleid mit den Schwachen, Edelmut und Abenteuergeist hervortritt. Seine Fehler sind ebenfalls unübersehbar: Jähzorn (vor allem gegen die, die er Unrecht begehen sieht), Wollust, Völlerei. Nach zahlreichen Anschlägen der Hera erhielt Herakles schliesslich vom Delphischen Orakel den Auftrag, im Dienst des Eurystheus 12 Arbeiten zu vollbringen, um die Unsterblichkeit zu erlangen. Herakles bestand alle ´12 Arbeiten´ (Dodekathlos):1. die Erlegung des Nemeischen Löwen; 2. der Kampf mit der neunköpfigen Hydra von Lerna; 3. das Einfangen der windschnellen Kerynit; 4. das Einfangen des Erythmanthischen Ebers; 5. der Kampf mit den Stymphalischen Vögeln; 6. die Reinigung der Ställe des Augias; 7. das Einfangen des Kretischen Stieres (Minotaurus); 8. die Erringung der menschenfressenden Rosse des Diomedes; 9. die Erbeutung des Gürtels der Amazonenkönigin Hippolyte; 10. die Erbeutung der Rinder des Euryoneus; 11. die Erringung der goldenen Äpfel der Hesperiden; 12. die Entführung des Unterwelthundes Zerberus. Nach Vollendung der 12 Arbeiten kehrte Herakles nach Theben zurück, er zog aber später mit seiner zweiten Frau Deianira nach Trachis, wo ihn durch ungewolltes Verschulden Deianiras ein furchtbares Todesgeschick ereilt, das Herakles aber durch Selbstverbrennung abkürzte. Von Zeus wurde Herakles schliesslich, nachdem er sich mit Hera versöhnt hatte, unter die Unsterblichen Götter aufgenommen. Soviel zur griechischen Mythologie - die Darstellungen in Disney`s Zeichentrickfilm weichen hiervon natürlich (deutlich) ab: Kein Wort davon, dass Hercules (Herakles) eigentlich ein ungewollter, unehelicher ´Bastard´ ist, auch nicht, dass unser (Frauen-) Held der Wollust und der Völlerei zusprach - und auch die Aufgaben, die Hercules zu erfüllen hat, sehen etwas anders aus, als von der griechischen Mythologie her bekannt. Aber was soll`s: ´Disney`s Hercules´ ist ja auch ein Zeichentrickfilm für die ganze Familie; da muss man insbesondere den Kindern den Geschichtsstoff möglichst leicht zugänglich machen - und zumindest ´im Groben´ hält man sich an den ´roten Faden´ der griechischen Sage. Hier die Story in Kürze: Hades, der böse Gott der Unterwelt, will Baby-Hercules an die Windeln, da der kleine Fratz seine niederträchtigen Pläne bezüglich einer ´neuen Weltordnung´ stark ins Wanken bringen könnte. Unser Heldenbaby wird kurzerhand zu einem einfachen, sterblichen Menschen ´degradiert´, der nur aufgrund einer glücklichen Fügung (die an dieser Stelle nicht näher erläutert werden soll) wieder zu einem Gott werden kann. Dafür muss Hercules aber einige abenteuerliche Aufgaben bestehen (angelehnt an die ´echten Aufgaben´ aus der Mythologie)... und zudem der ganzen Welt zeigen, dass er ein ´grosses (menschliches) Herz´ besitzt. So beginnt nicht nur der (allseits beliebte) Kampf ´Gut gegen Böse´ (wundervolle Love-Story inklusive), sondern auch einer der innovativsten Disney-Filme der letzten Jahre. Das ist zu einem grossen Teil der Verdienst des Produktionsdesigners Gerald Scarfe. Mit Scarfe, einem berühmten Polit-Karikaturisten und eigenwilligen Künstler aus Großbritannien, verpflichtete das Studio erstmals in seiner Geschichte einen Nicht-Disney-Angehörigen. Das Resultat: Die Figuren, besonders Gott Hades, haben ´subversive Tiefe´. Der charakteristische ´Süsse-Sahne-Augenaufschlag´ ist selbst bei der Dame unseres Heldenherzens, Meg, kaum vertreten. Die Sprecher der Cartoonfiguren gehören zu den bekanntesten (realen) Darstellern in Hollywood (und bei der deutschen Synchronfassung in Deutschland) - hier ein kurzer Auszug: James Woods/Arne Elsholtz (Hades), Danny DeVito/Mogens von Gadow (Phil), Rip Torn/Wolfgang Dehler (Zeus), Tate Donovan/Til Schweiger (erwachsener Hercules), Joshua Keaton/Dominik Auer (junger Hercules), Susan Egan/Jasmin Tabatabai (Meg), Paul Shaffer (Hermes), Charlton Heston (Erzähler) u.a. ´Disney`s Hercules´ besticht als 35. abendfüllender Disney-Kinohit mit den typischen Elementen: seien es die grandiosen Zeichnungen, die wundervolle, zeitlose Musik oder die witzigen und originellen Charaktere. Dass dabei die ´wahre griechische Mythologie´ ein wenig zu kurz kommt, kann man bei diesem Familienspektakel getrost vernachlässigen. Ein ´sehr guter´ Disney-Zeichentrickfilm.
Zum Bild Im Kino im Format 1,85:1 gezeigt, gelangt ´Hercules´ leider nur mit einer Aspect Ratio von 1,66:1 letterboxed (also ohne 16:9-Optimierung) auf die DVD. Das ist nicht schön zu nennen! Darüber hinaus weist das Bild jedoch einige Qualitäten auf, die auch anderen (modernen) Zeichentrickfilmen gut zu Gesicht stehen würden: Die Farben sind leuchtend und kräftig, die Schärfe überaus knackig und das Kontrastverhältnis weit über Durchschnittswert. Trotz scharfer Detailwiedergabe, sind keinerlei Doppelkonturen oder digitale Kompressionsartefakte feststellbar. Auch das Ausgangsmaterial war ohne Fehl und Tadel - sehr schön und wenig erstaunlich, da auch für die Code2-DVD auf die Disney-eigenen Top-Masterbänder zurückgegriffen werden konnte. Das Rauschverhalten ist fantastisch - insbesondere das bei Trickfilmen gelegentlich auftretende Farbrauschen bei den Übergängen unterschiedlich colorierter Zeichenflächen tritt überhaupt nicht zu Tage. Minimalste Nachzieheffekte in dunklen Szenen (praktisch gar keine, nur bei genauestem Hinsehen leicht zu erkennen) stören den überaus positiven Gesamteindruck in keinster Weise. Trotz des ´falschen´ Formats, kann man diese Bildqualität getrost mit einem klaren ´sehr gut´ bezeichnen. Aber dieser Kritikpunkt darf nicht unerwähnt bleiben!
Zum Ton Wie bei den anderen Disneyfilmen auf DVD auch, sind bei ´Hercules´ jede Menge Sprachfassungen auf die Disc gelangt. Die getesteten Dolby Digital 5.1 Spuren in Deutsch und Englisch sind nahezu gleichwertig in ihrer Qualität. Keine Spur kann einen Vorsprung vor der anderen erspielen, wobei Fans, die der englischen Sprache mächtig sind, im O-Ton den einen oder anderen netten Wortwitz mehr auffangen können. Aber die deutsche Synchronisation ist auch als sehr gelungen zu bezeichnen. Bombastisch wie die wunderbaren Zeichnungen, kommt auch der Ton daher. Insbesondere die sauber centrierten und klar verständlichen Dialoge gepaart mit der wunderschönen Musik wissen eine tolle Atmosphäre zu erzeugen. Der Bass kommt auch recht gewaltig (für einen Zeichentrick- (Kinder-) Film) aus dem Subwoofer, und die Surroundeffekte (Zeus` Blitzeschleudern u.a.) hinterlassen ebenfalls einen sehr positiven Eindruck beim Zuschauer (sorry: Zuhörer). Da weiss man, was man an einer 6 kanaligen, digitalen Tonspur hat, wie sie die moderneren Disney-Klassiker zu bieten haben. Dynamik und Räumlichkeit liegen auch auf sehr hohem Niveau - mehr als beachtlich für einen Zeichentrickfilm (sorry, ich wiederhole mich da aber gerne). Diese stimmige Klangqualität unterstreicht das tolle Bild sehr harmonisch und bombastisch zugleich. ´Sehr gut´!
Zu den Features Nun zum Disney-typischen Negativerlebnis der Code2-DVDs, der Ausstattung: Neben einem einfachst gehaltenen Menü samt Kapitelwahl, sind keinerlei Extras auf die Scheibe gekommen. Die Auflistung weiterer Disney-Titel per Bild wollen wir nicht als ´Extra´ aufzählen. Hier können höchstens die vielen Tonspuren und Untertitel aufgeführt werden, die aber die negative Ausstattung nicht nennenswert verbessern hilft. Wenigstens sind ´sogar´ Untertitel für Hörgeschädigte dabei... aber was soll`s: Diese Ausstattung ist schlicht und ergreifend ´mangelhaft´!
Fazit Ein tolles Disney-Meisterwerk, das alle gewohnen (positiven) Eigenschaften auf DVD aufzuweisen hat: tolle und witzig dargebrachte Story, schöne Animationen und Musik, klasse Bild und Ton - und (negativ) keinerlei Ausstattungsmerkmale. Für Sammler der Disneyfilme ist diese DVD insbesondere dank der deutlich besseren Bildqualität und des DD5.1-Tons eine Empfehlung (statt einer ´kinderfreundlichen´ VHS-Kassette). Schade nur, das Disney keinen Wert auf Extras und Ausstattung legt - schade, schade...
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