Hercules (Disney) : Limited Edition
(Hercules, 1997)
 

 
Walt Disney
Zeichentrick,

89min, FSK 0, DVD-9, Letterbox, 1.66:1 , PAL, EAN: 4012050308087

Wertung und Kurzfazit
 
Film (5/5) - Bild (5/5) - Ton (5/5) - Features (1/5) - Fazit (4/5)


 
Review von Christoph Schmidt ()

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Herakles (lat. Hercules) war der berühmteste und volkstümlichste aller griechischen Heroen. Er war Sohn des Göttervaters Zeus und der Menschenfrau Alkmene. Sein Name heisst wörtlich ´der durch Hera berühmte´ und deutet auf Hera und ihren unversöhnlichen Haß auf Herakles aufgrund Ihrer Eifersucht auf Zeus´ Liebschaft mit Alkmene, hin. Die älteren griechischen Quellen informieren nur dürftig über Herakles, und so muss man für eine zusammenhängende Darstellung auf spätere Berichte zurückgreifen. Die erhaltenen Schriften ergeben aber ein deutliches Charakterbild, in dem ein Übermaß an Tapferkeit, Härte, Ausdauer, Gutmütigkeit, Mitleid mit den Schwachen, Edelmut und Abenteuergeist hervortritt. Seine Fehler sind ebenfalls unübersehbar: Jähzorn (vor allem gegen die, die er Unrecht begehen sieht), Wollust, Völlerei. Nach zahlreichen Anschlägen der Hera erhielt Herakles schliesslich vom Delphischen Orakel den Auftrag, im Dienst des Eurystheus 12 Arbeiten zu vollbringen, um die Unsterblichkeit zu erlangen. Herakles bestand alle ´12 Arbeiten´ (Dodekathlos):1. die Erlegung des Nemeischen Löwen; 2. der Kampf mit der neunköpfigen Hydra von Lerna; 3. das Einfangen der windschnellen Kerynit; 4. das Einfangen des Erythmanthischen Ebers; 5. der Kampf mit den Stymphalischen Vögeln; 6. die Reinigung der Ställe des Augias; 7. das Einfangen des Kretischen Stieres (Minotaurus); 8. die Erringung der menschenfressenden Rosse des Diomedes; 9. die Erbeutung des Gürtels der Amazonenkönigin Hippolyte; 10. die Erbeutung der Rinder des Euryoneus; 11. die Erringung der goldenen Äpfel der Hesperiden; 12. die Entführung des Unterwelthundes Zerberus.
Nach Vollendung der 12 Arbeiten kehrte Herakles nach Theben zurück, er zog aber später mit seiner zweiten Frau Deianira nach Trachis, wo ihn durch ungewolltes Verschulden Deianiras ein furchtbares Todesgeschick ereilt, das Herakles aber durch Selbstverbrennung abkürzte. Von Zeus wurde Herakles schliesslich, nachdem er sich mit Hera versöhnt hatte, unter die Unsterblichen Götter aufgenommen.
 
Soviel zur griechischen Mythologie - die Darstellungen in Disney`s Zeichentrickfilm weichen hiervon natürlich (deutlich) ab: Kein Wort davon, dass Hercules (Herakles) eigentlich ein ungewollter, unehelicher ´Bastard´ ist, auch nicht, dass unser (Frauen-) Held der Wollust und der Völlerei zusprach - und auch die Aufgaben, die Hercules zu erfüllen hat, sehen etwas anders aus, als von der griechischen Mythologie her bekannt.
Aber was soll`s: ´Disney`s Hercules´ ist ja auch ein Zeichentrickfilm für die ganze Familie; da muss man insbesondere den Kindern den Geschichtsstoff möglichst leicht zugänglich machen - und zumindest ´im Groben´ hält man sich an den ´roten Faden´ der griechischen Sage.
Hier die Story in Kürze: Hades, der böse Gott der Unterwelt, will Baby-Hercules an die Windeln, da der kleine Fratz seine niederträchtigen Pläne bezüglich einer ´neuen Weltordnung´ stark ins Wanken bringen könnte. Unser Heldenbaby wird kurzerhand zu einem einfachen, sterblichen Menschen ´degradiert´, der nur aufgrund einer glücklichen Fügung (die an dieser Stelle nicht näher erläutert werden soll) wieder zu einem Gott werden kann. Dafür muss Hercules aber einige abenteuerliche Aufgaben bestehen (angelehnt an die ´echten Aufgaben´ aus der Mythologie)... und zudem der ganzen Welt zeigen, dass er ein ´grosses (menschliches) Herz´ besitzt.
 
So beginnt nicht nur der (allseits beliebte) Kampf ´Gut gegen Böse´ (wundervolle Love-Story inklusive), sondern auch einer der innovativsten Disney-Filme der letzten Jahre.
Das ist zu einem grossen Teil der Verdienst des Produktionsdesigners Gerald Scarfe. Mit Scarfe, einem berühmten Polit-Karikaturisten und eigenwilligen Künstler aus Großbritannien, verpflichtete das Studio erstmals in seiner Geschichte einen Nicht-Disney-Angehörigen. Das Resultat: Die Figuren, besonders Gott Hades, haben ´subversive Tiefe´. Der charakteristische ´Süsse-Sahne-Augenaufschlag´ ist selbst bei der Dame unseres Heldenherzens, Meg, kaum vertreten.
 
Die Sprecher der Cartoonfiguren gehören zu den bekanntesten (realen) Darstellern in Hollywood (und bei der deutschen Synchronfassung in Deutschland) - hier ein kurzer Auszug:
James Woods/Arne Elsholtz (Hades), Danny DeVito/Mogens von Gadow (Phil), Rip Torn/Wolfgang Dehler (Zeus), Tate Donovan/Til Schweiger (erwachsener Hercules), Joshua Keaton/Dominik Auer (junger Hercules), Susan Egan/Jasmin Tabatabai (Meg), Paul Shaffer (Hermes), Charlton Heston (Erzähler) u.a.
 
´Disney`s Hercules´ besticht als 35. abendfüllender Disney-Kinohit mit den typischen Elementen: seien es die grandiosen Zeichnungen, die wundervolle, zeitlose Musik oder die witzigen und originellen Charaktere.
Dass dabei die ´wahre griechische Mythologie´ ein wenig zu kurz kommt, kann man bei diesem Familienspektakel getrost vernachlässigen. Ein ´sehr guter´ Disney-Zeichentrickfilm.

 
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