
Katzenauge (Cat`s Eye, 1985)

Horror,
 91min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 4006680026503 |
Wertung und Kurzfazit
| | (3-4/5) - (3-4/5) - (2-3/5) - (2-3/5) - (3/5) |
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| Review von (22.05.2002)
 Gesamtansicht | Zum Film Stephen King kann sich wahrlich „King of Horror“ nennen, landen doch seine Werke seit fast 25 Jahren regelmäßig auf den Bestsellerlisten der Buchhandlungen auf der ganzen Welt. Wie am Fließband veröffentlicht der ehemalige Lehrer aus Maine/Neuengland seine Romane, die von einfachen Vampirgeschichten bis hin zum subtilen, unterschwelligen „Horror im Kopf“ reichen, und von seinen Fans fast ausnahmslos abgefeiert werden. Dass ein so lange anhaltender Erfolg auch von der Traumschmiede Hollywood nicht übersehen wird, beweisen zahlreiche Horrorfilme, die auf Vorlagen des Autors basieren. Die Ergebnisse dieser Verfilmungen unterscheiden sich in der Qualität jedoch stark voneinander – und oft auch von ihren literarischen Vorlagen. Neben echten Perlen wie dem kongenialen „Misery“ oder Brian DePalmas Vision von „Carrie“ stehen Gurken wie „Rea M“ oder „Der Werwolf von Tarker Mills“. Dazwischen gibt es dann noch etliche Filme, die zwar nicht wirklich schlecht sind, aus verschiedenen Gründen aber auch nicht wirklich als gut bezeichnet werden können. Einer solcher Filme ist „Katzenauge“ aus dem Jahre 1984. „Katzenauge“ basiert auf Stephen Kings gleichnamiger Kurzgeschichtensammlung und enthält drei makaber gruselige Episoden, die durch eine lose Rahmenhandlung miteinander verbunden werden. Eine streunende Katze wird von einem Hund durch die Straßen eines kleinen Hafenstädtchens gejagt und landet so schließlich in einem Lastwagen auf dem Weg nach New York. Dort angekommen empfängt die Katze einen Hilferuf eines kleinen Mädchens, das angeblich von einem Monster verfolgt wird und die Hilfe der Katze benötige. Bis die Katze jedoch das kleine Mädchen erreicht, muss sie viele Abenteuer bestehen und viele seltsame Dinge erleben. Episode 1: Quitters Inc. Der junge, erfolgreiche Mr. Morrison – Ähnlichkeiten mit dem Gründer eines großen, internationalen, Tabakkonzerns sind rein zufällig – versucht schon seit einiger Zeit vergeblich das Rauchen aufzuhören. Eines Tages erhält er einen angeblich bombensicheren Tipp eines Freundes: Quitters Inc. ! Diese Firma verspricht ihren Kunden, dass sie innerhalb kürzester Zeit einen absolut konsequenten Nichtraucher aus ihnen machen wird. Was Mr. Morrison bei Vertragsunterzeichnung verschwiegen wurde, sind die radikalen Methoden, mit welcher die Firma ihre Kunden zur Nikotinabstinenz zwingt. Unsere kleine Katze gerät hier in die Fänge des Inhabers der „Quitters Inc“ und muss als Versuchstier für die ein oder andere sadistische Demonstration verschiedenster Foltermethoden herhalten. „Quitters Inc“ ist in meinen Augen die beste Episode von „Katzenauge“, ist sie doch mit James Woods hochkarätig besetzt und entwickelt im Verlauf ihrer Handlung einen ansprechenden Spannungsbogen. Zusätzlich dazu, ist sie schlichtweg die makaberste aller Folgen und spielt geschickt mit gewissen Urängsten der Menschen. Ist man noch dazu selbst Raucher, kann man sich sehr gut in die Haut des Mr. Morrison versetzen, dem jede Stunde ohne Zigarette zur Qual wird. Rein filmisch kommt diese Folge ohne großartige Effekte oder Tricks aus und verzichtet auch fast vollständig auf diverse Schockmomente. Stattdessen spielt sich der Horror hier im Kopf des Zuschauers ab, was dem Regisseur sogar einigermaßen gut gelungen ist. Episode 2: Der Mauervorsprung Nachdem unser namenloses Kätzchen aus den Fängen der „Quitters Inc“ entkommen ist, landet es direkt in der Obhut eines mächtigen Mafiabosses. Dieser braucht sich um Geld schon lange keine Sorgen mehr zu machen und liebt es seine Freizeit mit Wetten zu verbringen. So ist es kein Wunder, dass er Norris, dem jungen Liebhaber seiner Frau eine Wette anbietet, als er von ihrer Beziehung erfährt. Sollte Norris es schaffen, auf einem 10 Zentimeter breiten Mauervorsprung den 43. Stock eines Hochhauses zu umrunden, bekommt er einen Haufen Geld, die Frau und natürlich sein Leben. Was passieren würde, wenn er es nicht schafft, bekommt Norris anhand einer eindrucksvollen Demonstration zu sehen. Norris nimmt die Wette an und beginnt sehr vorsichtig um das Gebäude zu klettern. Leider bemerkt er erst viel zu spät, dass der betrogene Ehemann noch einige gefährliche Überraschungen für den ehemaligen Tennisprofi in Petto hat. So sind es nicht nur Fallwinde, Ecken und Kanten, die Norris das Leben schwer machen. Nach einem starken Start, folgt mit „Der Mauervorsprung“ auch gleich der tiefe Fall. Leider bietet diese Episode bei weitem nicht die Spannung, die man aus dem Stoff hätte holen können. Viel zu vorhersehbar, unspektakulär und schlichtweg langweilig wird die Umrundung des Hochhauses hier durchgezogen. Zudem baut diese Episode bei weitem nicht die erschreckende Atmosphäre von „Quitters Inc“ auf. Wo man bei der ersten Episode die Qualen des Hauptdarstellers nachvollziehen konnte, gelingt das bei „Der Mauervorsprung“ zu keiner Zeit. Zu allem Überfluss kann bei dieser Episode fast durchweg ein übertriebenes Spiel der Hauptdarsteller attestiert werden – Stichwort: Over-Acting –. Episode 3: Der General Am Ende einer beschwerlichen Reise schafft es unser kleiner, pelziger Held doch noch das junge Mädchen zu erreichen, das sie zu Beginn ihrer Odyssee um Hilfe gebeten hatte. Im Zimmer des Mädchens hat sich ein bösartiger Zwergtroll eingenistet, der Nachts auf der Suche nach einem Opfer durchs Zimmer streicht. Leider glaubt die Mutter des Mädchens an alte Sagengeschichten, laut denen Katzen den Kindern Nachts den Atem rauben. Als der Troll den Wellensittich des kleinen Mädchens tötet, sieht sich die Mutter in ihrem Glauben bestätigt und vermuten, dass die Katze den Vogel ihrer Tochter auf dem Gewissen hätte. Kurzerhand wird die Katze eingefangen und in ein Tierheim gebracht. Unser kleines Kätzchen muss nun alles daran setzen, dass sie von dort wieder entkommt, denn sowohl der Vierbeiner als auch seine kindliche Freundin wissen genau, dass das Kind das nächste Opfer der Kreatur sein wird. Auch wenn diese Geschichte, im Vergleich zu ihren beiden Vorgängern, ein wenig aus dem Rahmen schlägt, ist sie wieder um einiges Unterhaltsamer als die relativ flügellahme Episode „Der Mauervorsprung“. Anders als die beiden vorausgegangenen Kurzfilme gibt es hier ein wahrhaftiges Monster zu bewundern, welches zwar viel eher als „putzig“, denn als wirklich furchteinflössend zu bezeichnen ist, von den Maskenbildnern dennoch gelungen visualisiert wurde. Auch die fast schon perfekte Blue-Screen-Technik in Kombination mit diversen überlebensgroßen Modellen passt sich sehr gut in den Film ein und kann durchaus überzeugen. Leider kann auch diese Episode nicht wirklich als echter Horror, sondern bestenfalls als gruselig bezeichnet werden. Zwar spielt sie geschickt auf die Kinderschreckgeschichte des Monsters unter dem Bett, bzw. im Wandschrank an, lässt den erwachsenen Seher aber relativ kalt. Aufgrund des nett gemachten Monsters und der guten Tricktechnik ist diese Episode dann aber doch wieder recht unterhaltsam und kann im Endeffekt als gut bezeichnet werden. Als Gesamtwerk betrachtet wirkt „Katzenauge“ dann doch recht gelungen, passt sich die Rahmenhandlung doch geschickt den einzelnen Episoden an und verknüpft diese fließend miteinander. Ein echter Horrorfilm nach heutigem Standard ist „Katzenauge“ natürlich nicht mehr wirklich, da man im TV bereits in Jugendserien wie „Buffy“ oder „Angel“ erschreckendere Make-up-Effekte, Monster und Schreckmomente vorgesetzt bekommt. Dennoch entwickeln zumindest die erste und die letzte Episode von „Katzenauge“ eine gelungene Atmosphäre, die einen das ein oder andere Mal einen Schauer über den Buckel jagt. In diesen Momenten fühlt man sich dann irgendwie in die Zeit zurückversetzt, in der man die gedruckte Version von „Friedhof der Kuscheltiere“ oder „Cujo“ auf dem Nachttisch liegen hatte, während im Fernsehen gerade die dritte Wiederholung von „Carrie“ lief und die DVD-Technik vermutlich noch nicht mal angedacht war. Und wer dann ganz ehrlich ist, wird zugeben müssen, dass man sich einen Film wie Katzenauge nur noch aus Nostalgiegründen in die heimische Sammlung stellt. Zum Bild Das Bild von „Katzenauge“ liegt im Originalformat von 2,35:1 auf dieser DVD ab und wurde anamorph codiert, was eine optimale Ausgangsbasis für Käufer mit 16:9-TV darstellt. Auf den ersten Blick wirkt das Bild dieser DVD dann auch sehr gut und lässt das Alter des Filmes nicht unbedingt erahnen. Erst wenn man sich das Bild einmal genauer betrachtet fallen einige Fehler auf, die sich fortan störend auf den Gesamteindruck auswirken. Leider wurde bei der Aufbereitung des Filmes aus dem Jahre 1984 offensichtlich mit einem relativ starken Rauschfilter gearbeitet, der dann auch der Hauptauslöser meiner Kritik ist. Durch den Einsatz dieses digitalen Bildverbesserers, wurde zwar das allgemeine Rauschverhalten des Bildes auf ein sehr gutes Maß reduziert, leider finden sich nun bei genauem Betrachten stehende Rauschmuster auf größeren Flächen. Auch die Detailschärfe wurde ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, was sich in einem minimal verwaschenen Look des Bildmaterials niederschlägt. So ist zwar die allgemeine Bildschärfe immer noch als gut zu bezeichnen, bei stark bewegten Szenen, oder bei Außenaufnahmen mit vielen Details lässt das Bild doch den letzten Schliff vermissen. Ein weiteres Problem von „Katzenauge“ ist die Farbdarstellung, die sich am besten mit den Worten „Typisch 80er Jahre“ beschreiben lässt. Alles wirkt ein wenig hell, ausgebleicht und überbelichtet. Inwieweit die Hersteller der DVD die Schuld an diesem Manko tragen, kann ich nicht sagen, andere Filme aus der gleichen Zeit jedoch beweisen, dass es auch anders geht. Doch damit soll auch schon Schluss mit der Meckerei sein, denn die restlichen Bildwerte dieser DVD sind sehr gelungen. Weder gibt es eine auffallend hohe Zahl an DropOuts zu beanstanden, noch hat die Kompression des Videomaterials große Spuren hinterlassen. In den dunkelsten Szenen des Filmes lassen sich zwar das ein oder andere Mal winzige Artefaktbildungen beobachten, diese sind jedoch so eingedämmt, dass sie nie wirklich stören. Insgesamt also ein Bild, welches altersbedingt nicht mehr ganz perfekt ist, für einen Stephen King-Fan aber sicher auch kein Grund ist, diese DVD nicht zu kaufen.
Zum Ton Der Ton von „Katzenauge“ liegt in einer deutschen Synchronisation, sowie im englischen Originalton in Dolby Digital 2.0 Stereo, sowie einer italienischen Mono-Tonspur vor. Die deutsche Fassung ist der englischen dabei leider akustisch um einiges unterlegen. Die Abmischung der deutschen Fassung ist sehr dialoglastig, und stellt diese sehr in den Vordergrund. Somit überlagen die Stimmen sehr oft den coolen Soundtrack von Alan Silvestri, der von der Musik von Sting unterstützt wird. Durch diesen Überlagerungseffekt klingen die Stimmen dann auch seltsam verhallt und stellenweise sogar unnatürlich. Im direkten Vergleich wirken auch die Effekte viel leiser und zurückhaltender als in der Originalversion. Diese glänzt nämlich durch eine allgemein recht harmonische Abmischung und eine sinnvoll eingesetzte Stereofront, welche bei der deutschen Fassung bei weitem nicht so weit und offen klingt. Bei beiden Sprachversionen fällt leider ein Grundrauschen auf, welches sich in ruhigeren Szenen manchmal störend bemerkbar macht und vermutlich altersbedingt ist. Beim Ton hätte man mit ein wenig Aufwand sicher um einiges mehr aus dem vorhandenen Material herauskitzeln können. Speziell die deutschen Dialoge wirken sich zu Beginn recht Hemmend auf den Sehspaß aus. Auch das stellenweise störende Hintergrundrauschen hätte so bestimmt nicht sein müssen. Somit bleibt mir nichts anderes übrig als wieder auf das relativ hohe Alter des Filmes und den Umstand hinzuweisen, dass Katzenauge nicht unbedingt ein wohlgehüteter Blockbuster ist. Rechnet man diese Kriterien in die Bewertung ein, kann der Ton gerade so befriedigen; mehr aber auch nicht.
Zu den Features Besonders viel gibt das leicht unübersichtlich gestaltete Menü dieser DVD nicht gerade her. Abgesehen von der obligatorischen Kapitelanwahl, der Sprach und Untertitelwahl und dem Originaltrailer gibt es nur noch einen exklusiven Audiokommentar mit dem Regisseur von „Katzenauge“, Lewis Teague. Dieser Audiokommentar ist zwar technisch ziemlich informativ und erläutert viele Feinheiten der Produktion von „Katzenauge“, gleichzeitig wirkt er aber auch sehr Szenenbezogen und recht routiniert „heruntergeleiert“. Teague bezieht sich bei seinen Erzählungen eigentlich stets auf das, was man gerade auf dem Schirm sieht. Dabei erklärt er stets, wie die aktuelle Szene entstanden ist. Je länger der Film läuft, desto kürzer sind dann auch die Ausführungen von Teague, was den Spaß am Audiokommentar ziemlich schnell in Richtung Keller zieht. Leider hat es Kinowelt versäumt dem Audiokommentar eine eigenen Untertitelspur zu verpassen, was ihn für alle Käufer unbrauchbar macht, die der englischen Sprache nicht, oder nur bedingt, mächtig sind, zumal Teague teilweise einen ziemlich fiesen Dialekt spricht. Zählt man nun die große Anzahl an Untertiteln hinzu – leider hat Kinowelt nicht an seine hörgeschädigten Kunden gedacht -, ist man auch schon am Ende der Fahnenstange angelangt, was die Extraausstattung betrifft. Vermutlich ist es sehr schwer zu einer B-Produktion aus dem Jahr 1984 vernünftige Extras zu finden, ein paar Texttafeln mit Infos über Cast & Crew hätte ich mir hier jedoch schon gewünscht. Schade Kinowelt, das habt ihr schon mal besser gemacht.
Fazit „Katzenauge“ zählt sicher zu einer der gelungeneren Stephen King-Verfilmungen, vermutlich nicht zuletzt deswegen, weil der Großmeister des Horrors hier selbst Hand ans Drehbuch angelegt hat. Aus heutiger Sicht jedoch, lockt man mit den drei hier enthaltenen Episoden niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, da die einzelnen Geschichten eher makaber als gruselig sind und in Sachen „Horror“ von einer durchschnittlichen „Buffy“-Folge überrundet werden. Dennoch bietet „Katzenauge“ einen gewissen Charme, der einen gerne an die typischen 80er-Horror-Streifen zurückdenken lässt. Rein technisch hat Kinowelt hier nicht unbedingt eine Glanzleistung abgeliefert, bedenkt man aber das Alter und den Stellenwert des Filmes, kann man mit dem Ergebnis durchaus leben, auch wenn es außer einem Audikommentar keine echten Extras gibt.
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