
Stirb langsam (Special Edition) (Die Hard, 1988)

Action,
 127min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 4010232009043 |
Wertung und Kurzfazit
| | (5/5) - (4/5) - (4/5) - (4-5/5) - (4-5/5) |
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| Review von (14.03.2002)
 Gesamtansicht | Zum Film Zu einer Zeit als die Begriffe „Blockbuster“ und „Popcorn-Kino“ noch eine Auszeichnung für besonders erfolgreiche, aber auch hochwertige Kinohits waren und nicht nur als Rechtfertigung für jede noch so dümmliche und ideenlose Filmhandlung herangezogen wurden, entstand „Stirb langsam“ unter der Regie von John McTiernan, der ein Jahr zuvor bereits mit „Predator“ für Aufsehen gesorgt hatte. Das Action-Genre war Ende der 80er an einem Wendepunkt angelangt. Nachdem jahrelang auf das männliche Zielpublikum zugeschnittene, überaus ernsthafte und zynische Selbstjustizstreifen das Genre dominierten, sorgten Lethal Weapon und vor allem auch Stirb langsam für frischen Wind unter den verstaubten und oftmals fragwürdigen Actionfilmen. Die wesentliche Neuerung, durch die sich „Stirb langsam“ von der Konkurrenz abzuheben verstand, war es, das Geschehen auf der Leinwand mit einem zwinkernden Auge zu kommentieren und einen Helden im Mittelpunkt stehen zu haben, der weniger durch anabolikaverdächtigen Muskelaufbau, als vielmehr durch Charisma und Witz das Männergemüt zu begeistern und das Frauenherz zu erobern wusste. Natürlich spielt Gewalt auch in „Stirb langsam“ eine Rolle und nicht zuletzt wegen einiger bluttriefender Szenen hat es 14 Jahre gedauert, bis der Film mit dieser DVD-Veröffentlichung erstmalig ungeschnitten in Deutschland erhältlich ist – die Gewalt in „Stirb langsam“ besitzt jedoch keine wirkliche verstörende Wirkung, sondern dient vielmehr dazu, das Bedrohungspotential der Terroristen frühzeitig zu etablieren. Denn bei aller Ironie, die der Film besitzt, sollten zumindest die Terroristen ernstgenommen werden können, sofern der Film nicht frühzeitig seinen Spannungsbogen aufgeben will. Die ursprünglichen Schnitte sind jedoch nicht allein auf übertriebene Brutalität zurückzuführen, sondern vor allem auch auf die Veröffentlichungspolititik von Fox, die zugunsten einer FSK16-Freigabe gerne ein paar Kürzungen in Kauf genommen haben. Das Storygerüst von „Stirb langsam“ ist gleichermaßen simpel wie genial. Es ist Weihnachten und John McClane (Bruce Willis) fliegt von Los Angeles nach New York, um zusammen mit seiner Familie dieses besinnliche Fest zu feiern. Als er vom Flughafen zu dem Nakatomi-Plaza gefahren wird, um dort seine Frau Holly (Bonnie Bedelia) von der Weihnachtsfeier abzuholen, ahnt er noch nicht, dass das Gebäude in Kürze von einer Gruppe deutscher Terroristen übernommen werden soll. Ziel dieser von Hans Gruber (Alan Rickman) angeführten Gruppierung ist es, das Vermögen von Takagi, dem Eigentümer der Firma, um ein paar Millionen Dollar zu erleichtern. In ihren Plänen haben sie jedoch John McClane nicht berücksichtigt – diesem gelingt es nämlich von den Terroristen unbemerkt in dem Hochhaus Unterschlupf zu finden und auf seine ganz eigene Art und Weise das kriminelle Vorhaben der Terroristen zu durchkreuzen... Das auf den Mikrokosmos „Hochhaus“ reduzierte Setting ist ein entscheidender Garant des Erfolges von „Stirb langsam“. Während zahlreiche andere Actionfilme durch eine Vielzahl an schnell wechselnden Schauplätzen für Orientierungslosigkeit sorgen, gelingt es „Stirb langsam“ sehr geschickt, durch die Wahl eines Hochhauses als zentralen Ankerpunkt der Handlung Wiedererkennungswert in der Form zu bieten, dass sich der Zuschauer leicht mit diesem Allerweltsszenario identifizieren kann - zumal Bruce Willis als Held wider Willen sogar bluten und verletzlich sein darf. Mehr noch: Bruce Willis darf Mensch sein – schon fast eine Revolution in einem Genre, in dem Unsterblichkeit zu den gewöhnlichen Eigenschaften eines Helden gehörte. Wenn ein Film ein derart originelles und frisches Szenario bieten kann, sind Rip Offs meistens nicht weit entfernt. Sei es „Passagier 57“, „Alarmstufe: Rot“, „Sudden Death“ oder „Stirb langsam 2“, das Markenzeichen dieser Filme ist ein ebenfalls reduziertes Setting und ein Held wider Willen – die Formel scheint in den Meisten Fällen zu funktionieren. Dass jedoch keiner dieser Nachfolgefilme an die Qualität von „Stirb langsam“ heranreichen kann, hängt damit zusammen, dass in den meisten Fällen nur die Oberfläche kopiert wurde, das eigentliche Herzstück des Films - nämlich das Dreick aus Setting, Protagonist und Antagonist - nicht geklont werden konnte. So wird gerade Alan Rickman als terroristischer Gegenspieler von Bruce Willis oftmals übersehen, wenn man zu formulieren versucht, was Stirb langsam auszeichnet. Sein intellektueller, sehr artikulierter Charakter ist nicht nur wunderbar gezeichnet, sondern wird auch mit der nötigen Souveränität und britischen Gewandheit von Rickman verkörpert. Das Besondere an seiner Figur ist die Eigenschaft, sympathisch zu sein, obwohl er recht früh demonstriert, dass er sehr wohl zu Gewalttaten fähig ist. Im Gegensatz zum zweiten Teil der Trilogie, in welchem Willis’ Gegenspieler blass und eindimensional bleibt, hat man hier den Eindruck, dass die Auseinandersetzung zwischen Willis und Rickman ein Duell unter Gleichen ist. Ein Duell, das trotz aller physischer Dynamik und Energie, in hohem Maße auch psychisch motiviert ist – und somit nicht nur ein zünftiges Fest für Actionfans darstellt, sondern auch all diejenigen zufriedenstellen kann, die einer gewissen Intelligenz im Film nicht abgeneigt sind. Leider gelingt es aber auch Stirb langsam nicht ganz, auf einfältige Charakterzeichnungen zu verzichten – aber welcher Action-Film käme ganz ohne diese kurzen Momente des Stumpfsinnes aus? Sei es der vollkommen unglaubwürdige und wider jegliche Logik handelnde Deputy Chief, der alles daran setzt, Bruce Willis das Leben unnötig schwer zu machen, oder der klischeehaft agierende Zeitungsreporter – es ist schon verwunderlich, wieso ein so originelles Drehbuch wie in „Stirb langsam“ unbedingt diese unnötig schlicht gestrickten Nebenplots enthalten muss. Während diese ärgerlichen Plotmomente in schwächeren Filmen bereits die Ausholbewegung des Sargnagel-Hammers sind, lassen sie sich hier zum Glück verzeihen – zumal der befreiende Faustschlag in das Gesicht des Zeitungsreporters und des Deputy Chiefs schon frühzeitig als finale Pointe des Filmes abzusehen ist. Wahrscheinlich gibt es inzwischen niemanden mehr, der „Stirb langsam“ noch nicht gesehen hat. Falls doch dürfte die erstmalige Begegnung mit diesem handwerklich perfekten und inszenatorisch Maßstäbe setzenden Action-Meisterwerk ein ganz besonderes Aha-Erlebnis darstellen und vielleicht dazu beitragen, den nächsten Kinogang mit etwas kritischeren Augen zu sehen. So kommen wir nämlich zurück zu dem eingangs formulierten Gedanken: Popcorn-Kino muss nicht immer gleichzusetzen sein mit Dumpfbacken-Schmumpf. Eine Wahrheit, die Stirb langsam auf bemerkenswerte Weise bestätigt. Zum Bild Der anamorphe Bildtransfer von 2.35:1 hinterlässt einen sehr überzeugenden Eindruck – insbesondere wenn man das nunmehr auch schon 14-jährige Alter des Filmes berücksichtigt. Begeistern kann während des gesamten Filmes die sehr angenehme, kräftige, aber nicht übersättigte Farbwiedergabe sowie der nahezu perfekte Kontrast, der dem Film einen sehr schönen Edellook verleiht. Der Schwarzpegel ist auf optimalem Niveau und auch in dunklen Einstellungen werden Schattendetails noch sehr natürlich und transparent wiedergegeben. Leider kann die Bildschärfe dieses sehr gute Niveau nicht ganz aufrecht erhalten – obwohl die Schärfe noch immer „gut“ zu nennen ist, wirkt das Bild durchgehend etwas weichgezeichnet. Dort wo man knackig voneinander abgegrenzte Konturen erwartet, bieten sich oftmals nur leicht schwammige Übergänge. Nicht wirklich dramatisch, aber Grund genug dafür, dass es nicht ganz zu einer „sehr guten“ Note ausreicht. Ein dezentes Hintergrundrauschen sowie leichte Kompressionsschwächen können zwar ebenfalls vernommen werden, stören bei normalem Betrachtungsabstand aber nur besonders penible Gemüter. Im direkten Vergleich zur RC1-Special Edition konnte ich keinen nennenswerten Qualitätsunterschied feststellen. Die Unterschiede bewegen sich in einem vielleicht intuitiv spürbaren, aber nicht in eindeutigen Worten festlegbaren Bereich. Zum Ton „Stirb langsam“ besitzt gleich drei Tonspuren: Zwei Dolby Digital 5.1 Spuren in Deutsch und Englisch sowie eine neu abgemischte dts-Spur in Deutsch (nicht getestet). Da „Stirb langsam“ für einen Actionfilm einen eher ruhigen Charakter besitzt und sich gerade zu Beginn des Filmes viel Zeit zur Etablierung der handelnden Personen und des Settings nimmt, ist natürlich auch die Sound-Kulisse eher zurückhaltend. Erst wenn sich die Dramatik des Filmes zuspitzt, gewinnt der Ton so richtig an Durchschlagskraft, um sich während des Showdowns zu einem wahrhaftigen Surroundgewitter aufzutürmen. Sowohl die englische, als auch die deutsche Tonspur bieten eine sehr schöne und breite Stereofront, die durch die aktive Einbeziehung der Surrounds zu einem angenehmen Räumlichkeitsgefühl beitragen. Manchmal wünscht man sich zwar, dass die Surrounds noch etwas intensiver in das Geschehen integriert sein könnten, in den relevanten Action-Sequenzen kann man sich über das Fehlen direktionaler Surround-Effekte aber nicht beschweren – ganz im Gegenteil. Die Unterschiede zwischen der englischen und deutschen Tonspur lassen sich vornehmlich in dem Bassfundament und der Dialogwiedergabe festmachen. Die englische Tonspur wirkt generell eine Spur aggressiver und tiefbassiger, leidet jedoch ein wenig daran, dass die Dialoge (wohl altersbedingt) etwas stumpf klingen. In der deutschen Fassung erklingen die Dialoge offener, präziser, aber auch aufgesetzter – zudem fehlt es im direkten Vergleich mit der O-Ton-Fassung ein wenig an Dynamik. Einen ganz eigenen Absatz verdient sich die deutsche Synchronisation, die leider noch immer ein ziemliches Zerrbild von der eigentlichen Handlung abgibt. Während der Film nun endlich ungeschnitten vorliegt, muss der auf die deutsche Synchronisation angewiesene Fan noch immer zahlreiche inhaltliche Verfälschungen in Kauf nehmen. Während im Original „Hans Gruber“ ein deutscher Terrorist ist, der – ähnlich wie seine „Kollegen“ im Film auch deutsch redet (also vom englischsprachigen Publikum nicht verstanden werden kann/soll), ist aus „Hans Gruber“ in der deutschen Synchro ein „Jack Gruber“ mit entsprechend internationaler Gefolgschaft geworden. Interessant ist, wie diese Namensänderung auch zu Logikbrüchen führt. So schreibt sich John McClane in der Fahrstuhlszene die Namen von Hans und Karl auf den Arm. Ein Detail, welches in der deutschen Fassung nicht mehr nachvollzogen werden kann. Zu den Features Nachdem die Erstauflage von Stirb langsam praktisch ausstattungslos veröffentlicht wurde, enthält diese Special Edition eine Fülle an Extras, deren Präsentation zwar noch verbesserbar wäre, die jedoch insgesamt durch einen erstaunlichen Tiefgang beeindrucken kann. Insbesondere kommen all diejenigen auf ihre Kosten, die nicht nur an eloquent vorgetragenen Anekdoten interessiert sind, sondern auch wissen wollen, wie ein Film entsteht und welche Stilmittel aus welchem Grund eingesetzt werden. Lobenswert ist das Bemühen von Fox, das amerikanische Release 1:1 zu portieren. Bei dem Flug über den Teich ging kein Extra verloren und selbst die sehr aufwändigen 3D-Menus wurden beibehalten. Auf der ersten DVD des Doppel-DVD-Sets befinden sich die Audiokommentare und eine optionale Extended Branching Version des Filmes. - Audiokommentar John McTiernan, Jackson DeGovia Das Highlight dieser DVD ist zweifelsohne der (untertitelbare) Audiokommentar mit Regisseur John McTiernan und Production Designer Jackson DeGovia. McTiernan mag vielleicht nicht der lebendigste Redner sein, in Verbindung mit den ebenfalls sehr tiefgründigen Ausführungen von DeGovia eröffnet sich in diesem Audiokommentar jedoch eine Fülle an Informationen, die deutlich über das hinausgeht, was man normalerweise in einem Audiokommentar erfährt. McTiernan besticht durch punktierte Formulierungen, die sich sowohl auf technische Details des Filmes, aber auch auf seine generellen künstlerischen Ansichten beziehen (zB. seine Meinung zu untertitelten Filmen, dem europäischen Kino im Allgemeinen oder dem Gegensatz Intuition vs. Planung bei einem Filmdreh). Auch seine gerade für Filmstudenten interessanten Ausführungen zu Bildmontage, Kameraarbeit oder dem Einsatz für Musik sind beispielhaft und ergänzen sich passend zu DeGovias detailreichen Anmerkungen zu dem Production Design. Wer sich für Audiokommentare interessiert, sollte sich diesen Kommentar nicht entgehen lassen! - Audiokommentar Robert Edlund Dieser nur für selektive Kapitel verfügbare (ebenfalls untertitelbare) Audiokommentar von Special Effects Supervisor Robert Edlund (bereits in Star Wars für die SFX verantwortlich) ist recht technisch orientiert und widmet sich nicht nur der Entstehung einzelner Szenen, sondern auch genereller Fragestellungen in Bezug auf Bildformate, der Evolution von Filmtechniken oder dem Unterschied zwischen dem analogen und dem digitalen Zeitalter. Für den Laien dürften manche seiner Ausführungen zu sehr ins Detail gehen, in Verbindung mit den Zeitungsartikeln der zweiten DVD, die sich ebenfalls den SFX widmen, ist sein Kommentar aber für interessierte Fans umso lohnenswerter. Leider ist die Navigation zur Anwahl der einzelnen Audiokommentarabschnitte sehr umständlich, so dass man zum einen nie so recht weiß, wann er mit seinen jeweiligen Ausführungen fertig ist und man sich zum anderen jedes mal durchs ganze Menu hangeln muss, um einen neuen Abschnitt aufrufen zu können. Hier hätte man sich an der in „Ben Hur“ angewendeten „Weiterspring“-Funktion ein Vorbild nehmen können. - Textkommentar Bei der Produktion der DVD konnte so viel Interview-Material zusammengestellt werden, dass es unmöglich war, dieses Material in den restlichen Ausstattungsbereichen sinnvoll unterzubringen - also hat man sich dazu entschieden, zahlreiche weitere Interviews in Textform als (deutsch lokalisierte) Untertitelspur abzulegen. Dieser Zusammenschnitt aus Interviews mit den Verantwortlichen für Schnitt, Musik, Kamera, Produktion und anderen Produktionsbereichen ist neben den obligatorischen Trivia-Facts Filmschule pur. Egal ob über Bildkomposition philosophiert wird, das Drehbuch im Detail analysiert wird oder zahlreiche Querreferenzen zu anderen Filmen aufgezeigt werden – die Detailfülle der Infos ist wahrlich beeindruckend. Leider erschwert die dürftige Präsentation den Zugang zu diesen lohnenswerten Infos. Die Texteinblenden wechseln sich viel zu schnell ab, so dass man Mühe hat mitzukommen. Zudem stellt sich mit der Zeit die Frage, warum man aus dieser Unmenge an hochinteressanten Infos nicht eine echte Dokumentation hätte zaubern können. Das Potential war sicherlich vorhanden. - Extended Branching Version Mehr als Spielerei darf die erweiterte Fassung von Stirb langsam angesehen werden. Wählt man diesen Ausstattungspunkt an, wird der Film mit einer re-integrierten Deleted Scene gezeigt, die die Stromabschaltung des Nakatomi-Plaza ausführlicher zeigt. Diese Szene ist auch separat unter den Outtakes der zweiten DVD zu finden, besitzt jedoch kaum Substanz, um diese Extended Branching Version wirklich nennenswert erscheinen zu lassen. Auf der zweiten DVD geht es mit zahlreichen, zum Teil sehr innovativen Goodies weiter, bei denen der Anspruch sichtbar ist, dem Käufer dieser DVD Wissen über den Entstehungsprozess eines Filmes zu vermitteln. - Schneideraum Dieses sehr innovative Feature leidet ein wenig unter den interaktiven Einschränkungen der DVD-Technik, kann aber auch so einige interessante Zusammenhänge im Hinblick auf Montage, Bildformate oder Tonabmischung verdeutlichen. In einer Art Workshop hat man die Möglichkeit, aus verschiedenen Kameraaufnahmen eine Szene eigenständig zu schneiden und am Ende den eigenen Rohschnitt mit der fertigen Szene aus dem Film zu vergleichen. Dieses Feature ist zwar recht einfacht umgesetzt, macht aber dennoch deutlich, wie viel Gedankenleistung der Montage-Prozess für einen Film erfordert. In dem Ton-Workshop hat man die Möglichkeit eine Szene wahlweise mit den Dialogen, den Effekten und/oder der Musik zu unterlegen, um so die Wirkung der einzelnen Tonelemente zu erforschen. Als Standardfeature einer jeden DVD sollte die Featurette „Warum Lettebox-Format?“ gelten, in der exemplarisch erläutert wird, wie viel Bildinformation bei einer Pan&Scan Version im Vergleich zur Widescreen-Fassung verloren geht. In dem „Glossar“ werden zahlreiche Fachbegriffe wie Montage, Cross-Cut, Tilt, Lense, etc. lexikonartig erläutert – leider ist dieses sehr sinnvolle Feature nur auf englisch verfügbar. Abgeschlossen wird diese Rubrik durch drei Multi-Angle-Beispiele, in denen man den Einsatz und die Wirkung von unterschiedlichen Linsen nachvollziehen kann. - Aus dem Archiv Eine Fülle an kleineren und größeren Goodies erwartet einen in dem „Archiv“. Seien es Outtakes, zwei Deleted Scenes, B-Roll-Footage, längere Aufnahmen der Nachrichtensendung des Films, Zeitungsartikel, die obligatorischen Trailer, eine Kurzfeaturette oder eine interaktive Diashow – diese Extras sind zu umfassend, um sie im Detail beschreiben zu können. Besonders hingewiesen sei aber auf die etwa 100 Seiten umfassenden Zeitungsartikel zu den SFX des Filmes (leider nur auf englisch vorliegend), die zwar am Bildschirm mühsam zu lesen sind, dafür aber jedes SFX-Herz höher schlagen lassen sollte. Zudem weist die Interaktive Diashow durch eine besonders innovative Präsentation zu gefallen. So können im White-Rabbit-Style zu ausgewählten Motiven dieser Photogalerie zusätzliche Goodies aufgerufen werden. Seien es Blueprints, Outtakes, Extended Scenes oder B-Roll-Footage – durch diese gelungene Mischung aus unterschiedlichstem Archiv-Material gehört diese Photogalerie zu einer der ersten Galerien überhaupt, die einen wirklichen Nutzwert besitzt. - Das Drehbuch Als abschließendes Extra hat man zusätzlich noch die Möglichkeit, das komplette Drehbuch abzurufen. Leider fehlen hier vernünftige Möglichkeiten, an eine bestimmte Stelle des Drehbuchs springen zu können (hervorragend umgesetzt auf Columbias „Taxi Driver“ DVD). Da sich jedoch kaum einer das Drehbuch von vorne bis hinten durchlesen wird, reduziert sich der Nutzwert leider beträchtlich. Versucht man ein Fazit dieser sehr umfassenden Ausstattung zu formulieren, muss man leider auch auf ein paar Schwachpunkte zu sprechen kommen. So sorgen User Prohibitions gleich mehrfach für Verärgerung, da sie die Wahl der Untertitel und der Tonspuren während des Filmes verhindern und so zB. umständliche Workarounds notwendig machen, um einen Audiokommentar ohne Untertitel hören zu können. Zudem ist es nur kaum zu rechtfertigen, warum die meisten textuellen Extras nur auf Englisch vorliegen. Inhaltlich ist diese DVD aber über jeden Zweifel erhaben. Vielleicht mag manch einer eine umfassende Dokumentation vermissen, wer sich aber die Mühe macht, die Audiokommentare zu hören und den Textkommentar auch wirklich zu lesen, wird mit Informationsnuggets belohnt, die eine Dokumentation überflüssig erscheinen lassen. Fazit „Stirb langsam“ ist zu Recht ein moderner Klassiker des Action-Genres, der handwerklich brillant realisiert wurde, ein originelles Drehbuch besitzt und mit Bruce Willis und Alan Rickman perfekt besetzt werden konnte. Auch nach zahllosen, zwischenzeitlichen Rip Offs wirkt „Stirb langsam“ erstaunlich frisch und neu, was wohl auch daran liegt, dass die Zutaten für einen Action-Film selten so geschickt zusammengemischt werden konnten, wie bei diesem Film. „Stirb langsam“ ist ein Actionfilm, der deutlich macht, was in dem Genre möglich ist, sofern Leute mit Ideen und Originalität an der Realisierung beteiligt sind. Die technische Umsetzung ist Fox sehr überzeugend gelungen und bietet kaum nennenswerten Anlass für Kritik. Die Ausstattung ist trotz leichter Schwächen im Detail noch immer brillant zu nennen. Selten hat man so viele tiefgründige und vor allem auch lehrreiche Informationen an einem Ort geboten bekommen wie bei dieser Veröffentlichung. In Verbindung mit der Tatsache, dass Stirb langsam nun endlich auch uncut zu haben ist, kann (auch Besitzern der Erstauflage) nur unsere ausdrückliche Empfehlung für diese sehr gute DVD ausgesprochen werden.
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