
Romeo must die (Romeo Must Die, 2000)

Action/Eastern,
 111min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 7321921181283 |
Wertung und Kurzfazit
| | (4/5) - (5/5) - (5/5) - (5/5) - (5/5) |
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| Review von ()
 Gesamtansicht | Zum Film Zwei rivalisierende Familien-Clans - die Chinesen unter der Führung von Ch`u Sing (Henry O) und die Afro-Amerikaner unter ihrem Boss Isaak O` Day (Delroy Lindo) - beherrschen die Straßen von Oakland. Doch bei aller Streiterei und Kämpfe um die Vorherrschaft in der Hafenstadt nahe San Francisco - Tote hat es bislang noch nicht gegeben... Doch es gibt immer ein erstes Mal: In dieser Nacht legt sich Po (Jon Kit Lee), der jüngste Sohn Sings, mit den Schwarzen in der Nobel-Disco von ´Silk`s Casino´ an. Zwar wird er von seiner Gang um den Martial-Arts-Experten Kai (Russel Wong), der rechten Hand seines Vaters, gerettet - doch als der Sohn des Gangsterbosses am nächsten Morgen an einem Baum aufgehängt vorgefunden wird, ist der Schlamassel perfekt, denn nun herrscht Blutrache! Die O` Days und die Sings treffen sich zwar auf neutralem Boden (einem Flughafen, denn dort werden Waffen mittels Detektoren schnell erkannt) - doch alle Unschuldsbeteuerungen und Beileidsbekundungen der ´Afros´ nützen nichts, eine Eskalation der Gewalt scheint nicht mehr zu verhindern zu sein - zumal beide Seiten um die Gunst des NFL-Maklers Roth (Eduardo Ballerini) buhlen, bei dem es um ein Multi-Millionen-Dollar-Geschäft geht. Der älteste Sohn Sings, der ehemalige Polizist Han (Jet Li), erfährt von dem Mord an seinem Bruder in einem Gefängnis in China, in dem er einsitzt, weil er seine Familie damals nicht verraten, und ihr so die Flucht in die USA ermöglicht hatte. Daraufhin bricht der Martial-Arts-Kämpfer aus der Gefangenschaft aus, um nach Oakland zu reisen; er will sich der Sache persönlich annehmen... In Oakland angekommen, trifft Han - wirklich rein zufällig - auf Trish (Aaliyah), der Tochter von Isaak O` Day, der er bei ihrer ´Flucht´ vor ihrem Aufpasser, dem trotteligen und übergewichtigen Maurice (Anthony Anderson) beisteht. Trish, die einen Klamotten-Laden betreibt und mit den ´Geschäften´ ihres Vaters nichts zu tun haben will, verliebt sich in Han - und auch nachdem sie herausgefunden hat, dass Han der Sohn von Ch`u Sing ist, ändert das nichts an ihren Gefühlen (oder anders ausgedrückt: es ist ihr schlicht und ergreifend gleichgültig). Nachdem Trish`s Bruder Colin (D. B. Woodside) ebenfalls ermordet wird, schliesst sie sich mit Han zusammen, um den (jeweiligen) Mörder zu finden - den von Colin und den von Po... Andrzej Bartkowiak, der bei ´Speed´ und ´Lethal Weapon 4´ (letzterer Film ebenfalls mit Jet Li) die Kamera führte, gab 2000 mit ´Romeo must die´ sein Regie-Debüt ab - und machte seine Sache wirklich gut. Produziert wurde der Film von Joel Silver (´Matrix´, ´Haunted Hill´, ´Lethal Weapon 4´) und Jim van Wyck (´Lethal Weapon 4´, ´Armageddon´ - jeweils als executive producer). Das Drehbuch stammte von Mitchell Kapner, der auch das von ´Keine halben Sachen´ (Whole Nine Yards) geschrieben hatte. Die Kritiker überschlugen sich nicht unbedingt mit ihrem Lob zu ´Romeo must die´ - da muss die Frage erlaubt sein, was sie denn hier erwartet hatten? Der Film verbindet mehrere Elemente miteinander: Action und Martial-Arts kombiniert mit Hip Hop Musik und von einer Story zusammengehalten, die viele altbekannte Ideen (Bandenkrieg, Kampf ´Mann gegen Mann´...) mit einander verwebt, aber auch eine neue/andere Ingredienz hinzufügt: die Lovestory ala ´Romeo & Julia´. Und eben genau dieser letzte Punkt ist es dann auch, der in ´Romeo must die´ wirklich geglückt ist. (PS: Genau hierin scheinen jedoch die Meinungen der Kritiker von der meinigen abzuweichen.) Ganz besonder hervorheben muss man die rasante, stark gemachte Kameraführung (Bartkowiak ist eben ein Meister des Fachs), die Idee der ´Visualisierung´ von Knochenbrüchen und Kampfverletzungen (auch hier scheiden sich wieder die Geister - so finden manche diese ´Röntgenaufnahmen´-FX einfach nur geschmacklos) - und die seit ´Matrix´ bekannten und beliebten Martial-Arts-FX ´an den Grenzen der Schwerkraft´ (besser gesagt: die Kämpfer fliegen/schweben aufeinander zu). Effekthascherei oder sensationelle Trickeffekte? Das muss jeder für sich selbst entscheiden... Kommen wir zu den Darstellern: Jet Li dürfte spätestens seit seiner Rolle (als Bösewicht) in ´Lethal Weapon 4´ einem breiten Publikum - auch abseits der Martial-Arts-Fans - bekannt sein. Und der sympathische Meister der Kampfkünste zeigt auch in ´Romeo must die´ wieder, warum er so beliebt ist - in Hong Kong, China und auch in der westlichen Welt. Li kann nicht nur elegant kämpfen, er spielt auch ausgezeichnet seine jeweiligen Rollen - ganz gleich ob Bösewicht oder ehrenhafter Held... wirklich sehr glaubhaft. Erstmals versucht sich hier die Hip Hop- und R&B- Sängerin Aaliyah als Schauspielerin - und für ihre erste Rolle macht sie ihre Sache auch ganz hervorragend (auch wenn sie zum Schluss hin ein wenig in ihrer Leistung abfällt). Ganz nebenbei steuerte sie (natürlich) auch ein paar Songs zum Film bei - sie und ihr Kollege ´DMX´, der ebenfalls in ´Romeo must die´ mitspielt (Silk). Ohne jetzt jeden einzelnen Darsteller gesondert betrachten zu wollen, kann man zusammenfassend sagen, dass keiner der Darsteller eine ´schlechte Figur´ macht - auch Anthony Anderson als schwergewichtiger, trotteliger Maurice nicht. Gag am Rande: Als Maurice entdeckt, dass Trish ihm abgehauen ist, kommt er aus dem Plattenladen gerannt und ruft (auf Englisch): ´Trish! I`m gonna find your Aaliyah-lookin` ass!´ Nun, da hat er vollkommen Recht, es ist ja auch der ´Allerwerteste´ von Sängerin und Schauspielerin Aaliyah... Zitat: Han: ´I can`t hit a woman.´ Trish: ´I can! Look - you can do that in China, but in America if a girl is kicking your ass you don`t have to be a gentleman.´ Über den ´Sinn´ der Effekte (siehe weiter oben) mag man geteilter Meinung sein - fest steht jedoch, dass sie hervorragend gemacht wurden. Die Darsteller lieferten gute bis sehr gute Leistungen ab, die Kameraführung ist meisterlich, die Musik (Score von Stanley Clarke und Timbaland) ist fetzig und mitreissend - und die Story liefert genau das, was man (zumindest ich und meine Freunde im Kino) auch erwarten durfte: eine fetzige Popkorn-Kinounterhaltung voller Action und Kampftechniken ala ´Matrix´. Was will man denn noch mehr? Die Filmbewertung des DVD Centers lautet demgemäß auch auf ´Gut´ - nur, wer einen ´intellektuellen Film´ erwartet haben mag (in Anlehnung an das titelgebende Shakespeare-Stück ja durchaus denkbar), wird enttäuscht von Dannen ziehen.
Zum Bild Das Bild liegt im originalen Kinoformat von 2.35:1 vor und wurde anamorphotisch (für 16:9-Geräte optimiert) auf DVD abgelegt. Die Qualität des Bildes ist dabei - von einigen wenigen Problemchen abgesehen - hervorragend: Die Farben sind kräftig und strahlend und zugleich sehr natürlich wirkend. Die Schärfe ist gut oder sogar sehr gut ausgefallen - alle Details kommen auch wirklich zur Geltung. Das liegt ebenfalls an einem perfekten Kontrast und einem ausgezeichneten Blacklevel (Schwarzwert). Analoge Bildfehler (Schmutzflecken etc.) sucht man hier vergebens - es sind keine vorhanden. Und auch das Rauschverhalten ist nahezu fehlerlos; lediglich bei großen Bildflächen ist ein minimales, praktisch kaum feststellbares Flächenrauschen vorhanden - störend ist das überhaupt nicht. Aliasing oder Pixelrauschen ist ebenfalls überhaupt kein Problem. Digitale Kompressionsartefakte sind einfach nicht vorhanden - bis auf ein minimales Flimmern in zwei oder drei Szenen (das normalerweise kaum auffallen dürfte), sowie ein leichtes Schmieren (Nachziehen) bei schnellen Bewegungen (hier: Martial Arts-Techniken) in den anfänglichen Nachtaufnahmen. Wer diese kaum bemerkbaren Fehlerchen zu Gesicht bekommt, mag eine halbe Note abziehen - ansonsten lautet die Bildbewertung aber klar auf ´sehr gut´.
Zum Ton Der Ton - in Dolby Digital 5.1 gemastert - liefert sowohl auf Englisch wie auch in der deutschen Synchro (die auch genauso natürlich klingt, wie das Original) eine perfekte Akkustik: Die Sprachverständlichkeit ist ausgezeichnet, die Dialoge wurden sehr sauber und fehlerlos auf den Centerspeaker kodiert. Die tolle (Hip Hop-) Musik erklingt satt, bassstark und sehr dynamisch - vom tiefsten Tonkeller bis in die höchsten (Ton-) Etagen wird hier Rhythmus pur geliefert. Die Umgebungsgeräusche sind sauber auf das Geschehen auf der Leinwand/dem Schirm abgestimmt - und auch die (teils direktionalen) Surround-Effekte klingen fantastisch, einfach klasse! Wuchtig ist der Ton aufgrund eines tiefen, konturiert-sauberen Basses aus dem LFE-Kanal, der nicht nur den Effekten einen gewaltigen ´Rumms´ mit in den Raum gibt, sondern auch die Musik (speziell in den Disco-Szenen) perfekt zu unterstützen weiss. Der gewaltige Dynamikumfang wurde bereits angesprochen - aber auch die Räumlichkeit des Tons (sehr breit und ebenso in die Tiefe gehend) ist ausgezeichnet. Die Tonqualität ist - unabhängig von der Tonspur, die gewählt wurde - einfach sehr gut gelungen: perfekt!
Zu den Features Das Hauptmenü sieht nicht nur schick aus, es ist auch animiert, zeigt Filmsequenzen und bietet Musikuntermalung. Da fällt die - ansonsten gute - Kapitelwahl mit (immerhin je 6!) Standbildern ein wenig zurück. Die Steuerung ist auf jeden Fall sehr einfach und gelungen. Untertitel gibt es in (fast) jeder gewünschten Sprachfassung, auch auf Deutsch und Englisch; und auch Deutsch für Hörgeschädigte ist lobenswerterweise mit auf der DVD enthalten. An Extras wird - abgesehen von ausführlichen Darstellerbiografien und -filmografien sowie einem (immer gern gesehenen) Kommentar (Audio-Kommentarspur) - viel Gutes geboten: Die einfachste Seite mit der reinen Nennung der Darsteller und der Crew kann man nur der Vollständigkeit halber erwähnen; ansonsten gibt es dann noch den US- und den internationalen Kinotrailer, zwei Musikvideos ´Come back in one piece´ (Aaliyah + DMX) und ´Try again´ (Aaliyah) sowie das ´Making of: Try again´, Kurz-Dokus (8 Featurettes), ´Hinter-den-Kulissen´-Dokus (insgesamt vier kleinere Filmchen) sowie die ´HBO Filmdokumentation: Romeo must die´ (15 Minuten Featurette) - insgesamt also 13 (!) Dokus auf DVD, die zumeist auch deutsch untertitelt wurden (wahlweise zuschaltbar). Darüber hinaus gibt es noch einen DVD-ROM Part, der neben Weblinks, einem Chat-Room-Zugang, der originalen Kino-Website und Internet-Events noch das Spiel zum Film ´A Martial Arts Experience´ bietet. Alles in Allem ist die Ausstattung durchaus sehr umfangreich und auch wirklich nett ausgefallen, sodass mann die Bestnote - wenn auch nur knapp - vergeben kann.
Fazit ´Romeo must die´ ist ein gelungener Mix aus Martial Arts-Kampftechniken, schneller Action, Hip Hop-Musik und einer interessanten Choreografie mit ungewöhnlichen (Trick-) Effekten. Der Film macht einfach Spaß, weiss gekonnt zu unterhalten - auch wenn der Plot nur einfacheren Ansprüchen gerecht werden kann (ohne dass er jetzt ´schlecht´ wäre). Die Code2-DVD ist überzeugend in seiner Qualität (Bild und Ton sind nahezu perfekt) sowie seiner umfangreichen Ausstattung mit Extras, die nur in Details (Audiokommentar und ausführliche Darsteller-Profile fehlen) ein wenig enttäuschen. Insgesamt hat ´Romeo must die´ (Code2) eine Center-Empfehlung absolut verdient!
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