
Susan verzweifelt gesucht (Desperately Seeking Susan, 1985)

Komödie,
 100min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 4010232004758 |
Wertung und Kurzfazit
| | (3/5) - (3/5) - (2/5) - (3/5) - (3/5) |
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 Gesamtansicht | Zum Film Die gelangweilte Hausfrau Roberta Glass (Rosanna Arquette) vertreibt sich die Zeit mit dem Lesen von Kontaktanzeigen in der Zeitung. Ihr Mann Gary (Mark Blum) ist Geschäftsmann und verkauft Badewannen und Whirlpools - und hat keine Zeit für seine Angetraute. Weil ihr Göttergatte so eine stinklangweilige Person ist, stellt sich Roberta desöfteren vor, tatsächlich auf der Suche nach einem neuen Partner zu sein - und malt sich die wildesten Geschichten hinter den anonymen Anzeigen aus. Eine gewisse Annonce ist ihr dabei schon häufiger aufgefallen, in der ein gewisser Jim (Robert Joy) ´verzweifelt nach Susan´ sucht, was sie ganz neugierig macht. Und tatsächlich kann Roberta eines Tages Jim und Susan (Madonna) bei ihrem Treffen beobachten: Susan ist so ganz anders als Roberta - extrovertiert, ausgeflippt und lebt in den Tag hinein... keine Spur von geregeltem Leben. All dies fasziniert Roberta ungemein. Und als Susan in einem Second-Hand-Laden ihre Jacke gegen ein Paar Stiefel eintauscht, muss sie diese Jacke, die ein auffälliges Symbol auf dem Rücken trägt, für sich kaufen. Was Roberta allerdings nicht weiss: In der Jacke befindet sich der Schlüssel für ein Bahnhofschließfach... und Susan wird nicht nur von ihrem Freund, dem Musiker Jim, ganz verzweifelt gesucht, sondern auch von einem Mafiakiller, der die ägyptischen Ohrringe zurückholen soll, die Susan von einem - nun toten - Mafiosi ´geliehen´ hat. Roberta, die Susans Jacke trägt, wird auf der Straße von dem Mafiakiller angesprochen, da dieser sie für Susan hält. Zum Glück ist da aber auch noch Dez (Aidan Quinn), ein Freund von Jim, der von diesem beauftragt wurde, nach Susan zu sehen. Auch Dez hält Roberta fälschlicherweise für Jim`s Freundin Susan. Bei Dez` Rettungsaktion vor dem Mafiakiller prallt Roberta unglücklich mit dem Hinterkopf gegen einen Laternenpfahl - und fällt in ein kurzes Koma. Als sie wieder aufwacht, hat sie ihr Gedächtnis verloren - und hört Dez ihren Namen - ´Susan´ - rufen. Und so nimmt Roberta endgültig die Rolle der Susan ein... ´Susan - verzweifelt gesucht´ ist 1985 der zweite Film der jungen amerikanischen Regisseurin Susan Seidelman gewesen. Die Story zeugt durchaus von Witz und spontaner Frische, fällt aber leider bereits nach gut der halben Spielzeit deutlich ab. Trotz interessanter Besetzung - insbesondere mit den jungen Darstellerinnen Rosanna Arquette und Madonna, die zu der Zeit gerade mit ihrem ersten Pop-Album und den Single-Hits ´Like A Virgin´ und ´Borderline´ für Furore sorgte und in ´Susan - verzweifelt gesucht´ ihre erste Filmrolle bekam - wirkt die filmische Umsetzung etwas langatmig (man könnte auch langweilig sagen) und speziell die Dialoge leicht hölzern und aufgesetzt. Zur damaligen Zeit hätte man Madonna schon raten sollen, besser nicht im Filmgeschäft tätig zu werden - das hätte ihr zwei ´Goldene Himbeeren´ als schlechteste Schauspielerin (insbesondere für ´Body of Evidence´) erspart. Auf der anderen Seite muss man Madonna aber fairerweise zugestehen, dass sie gewaltig dazugelernt hat. Nicht ganz ohne Grund hat sie mittlerweile auch eine Auszeichnung (Golden Globe 1997) für ihre gute Darstellung der Evita Peron im Musical ´Evita´ bekommen - dort durfte sie aber auch wieder das tun, was sie wirklich kann: singen. Zu Madonnas Filmen zählen: ´Susan - verzweifelt gesucht´ (1985), ´Shanghai Surprise´ (1986), ´Who`s that Girl?´ (1987), ´Dick Tracy´ (1990), ´Eine Klasse für sich´ (1992), ´Body of Evidence´ (1993), ´Evita´ (1996), ´Ein Freund zum Verlieben´ (2000). Rosanna Arquette konnte bereits in frühen Jahren auf sich aufmerksam machen, als sie in ´Dark Secret of Harvest Home´ an der Seite von Bette Davis spielen durfte. Nach weiteren TV-Rollen entdeckte man Rosanna 1980 für die Leinwand in der Komödie ´Gorp´. Berühmt wurde die hübsche Amerikanerin allerdings an der Seite Madonnas in der 1984 produzierten Komödie ´Desperately seeking Susan´ (Susan - verzweifelt gesucht). In Martin Scorseses deutlich unterschätztem Horrortrip ´Die Zeit nach Mitternacht´ ist Rosanna Arquette ebenso zu sehen, wie in ´Baby, it`s you´ von John Sayles, in Luc Bessons Taucherfilm ´Im Rausch der Tiefe´, in John Milius` ´Flug durch die Hölle´ oder in dem Western ´Silverado´ von Lawrence Kasdan. Nach zahlreichen weiteren TV-Produktionen kehrte Rosanna 1994 in Quentin Tarantinos ´Pulp Fiction´ auf die Leinwand zurück. An der Seite von Paul Newman spielte sie in ´Nobody`s Fool´, sowie in David Cronenbergs ´Crash´. Danach gings dann leicht bergab mit Rosannas Karriere. Heute denkt man bei dem Namen Arquette mehr an Rosannas kleinere Schwester Patricia, die mit Filmen wie ´True Romance´, ´Lost Highway´, ´Freeze - Operation Nachtwache´ und ´Stigmata´ ihre Schwester mittlerweile ausgestochen hat. Rosanna Arquette ist aber auch wieder aktiv - und wird in ´Keine halben Sachen´ an der Seite von Bruce Willis zu sehen sein. Madonna und Rosanna Arquette haben sich scheinbar ganz prächtig verstanden - vor und abseits der Kamera. Sie spielen durchaus mit Spaß an der Sache, sind scheinbar prima Kumpel oder Freundinnen. Dennoch können sie den Zuschauer nicht vollständig von ihren ´getauschten Rollen´ überzeugen - dazu waren sie wohl 1984/85 noch zu frisch im Filmgeschäft.
Zum Bild Das Bild liegt im anamorphen Format von 1,85:1 vor. Dabei ist die Qualität recht ordentlich, kann aber das Alter von gut 15 Jahren auch nicht verbergen: Die Farben wirken teilweise etwas blass, bleiben aber immer natürlich. Die Bildschärfe ist ordentlicher Durchschnitt, wie auch der Kontrastumfang keinen Grund zur Klage gibt - aber auch nicht gerade als riesig bezeichnet werden kann. Das Bild ist relativ ruhig - trotz mittlerem Rauschen. Das Flächenrauschen ist aber immer noch im grünen Bereich und störte nur bei großflächiger Projektion (ca. 2,5 Meter) deutlich. Das Ausgangsmaterial war von einigen wenigen Dropouts und gelegentlichen Schmutzflecken durchsetzt. Digitale Kompressionsartefakte konnte man aber - bis auf ein minimales Nachziehen bei schnellen Bewegungen in dunklen Szenen - keine erkennen. Insgesamt ein befriedigendes Ergebnis in der Bildqualität.
Zum Ton Der Ton ist in DD2.0 kodiertes Mono - aus den Boxen vorne rechts und links kommt aber nur Rauschen. Also sind die deutsche und die englische Tonspur ´echte´ Mono-Tracks, die aus dem Centerspeaker erklingen. (PS: Französisch wurde nicht getestet.) Die englische Fassung ist ein deutliches Stück klarer und homogener, als die deutsche. Was dort zunächst auffällt, ist der zu Anfang präsentierte englische Ton mit deutschen Untertiteln, der erst nach ein paar Minuten zu einem tatsächlichen deutschen Track überwechselt. Fehlten hier etwa Szenen? Oder war das Material derart zerstört, dass die deutsche Tonspur nicht vollständig genutzt werden konnte? Der deutsche Ton wirkt dumpf und ohne klare Höhen, was speziell bei der Musik (Madonnas Hits der frühen 1980er Jahre) auffällt. Aber auch die Dialoge sind etwas verzerrt und weniger klar - ausreichend. Surround-FX oder Bassdruck über den Subwoofer sind bei diesem monauralen Ton ebensowenig vorhanden, wie ein großer Dynamikumfang oder Weiträumigkeit. Eine ausreichende Tonqualität - da war wohl alterbedingt nicht mehr (viel) möglich.
Zu den Features Das einfache Menü glänzt mit der Abwesenheit von jeglichem ´Schnickschnack´ wie Animationen oder Musik. Auch die Kapitelwahl erfolgt über Standbilder. Neben vielen Untertiteln - ´sogar´ für Hörgeschädigte - sind ein paar kleinere Extras auf die DVD gelangt: eine Audiokommentar-Spur der Regisseurin, ein alternatives Ende (über 6 Minuten Filmmaterial) sowie der originale Kinotrailer. Das ist nicht schlecht - kommt aber über ein ´befriedigend´ nicht hinaus.
Fazit ´Susan - verzweifelt gesucht´ ist ein Film für Madonna- oder Rosanna Arquette-Fans. Eine nette Komödie, die unterhaltsam daher kommt. Da der Film aber gelegentlich auch im normalen Fernsehprogramm gesendet wird, bleibt die Frage, ob man die DVD kaufen will. Nach meiner Auffassung ist es jedenfalls kein ´must have´-Titel. Die technische Seite ist alterbedingt weniger glanzvoll ausgefallen, was aber vermutlich nicht am Pre-Mastering gelegen hat, sondern am schlechten Ausgangsmaterial. Dafür hat man ein paar mehr Extras spendiert, als sonst bei Klassikern und B-Filmen der Fall ist.
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