
007 - Feuerball (Special Edition) (Thunderball, 1965)

Action/Thriller,
 125min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 4010232004727 |
Wertung und Kurzfazit
| | (5/5) - (4/5) - (4/5) - (5/5) - (5/5) |
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| Review von ()
 Gesamtansicht | Zum Film Die weltweit operierende Verbrecherorganisation „SPECTRE“ hat einen ganz großen Coup vor: mit immensem Aufwand entwendet man zwei scharfe Atombomben – um diese postwendend als Objekt einer nationalen Erpressung einzusetzen. Zahlt man der Organisation nicht innerhalb von sieben Tagen 100 Millionen Pfund, so wird die erste Bombe über einer noch geheimgehaltenen Stadt entweder aus England oder den USA gezündet. Keine Frage, das die britische Regierung hier sehr schnell und sehr entschlossen handelt – nicht weniger als alle „00“-Agenten erhalten den Auftrag, sich der Angelegenheit anzunehmen. Freilich möchte man den Bogen auch nicht überspannen – im Wettlauf mit der Zeit beabsichtigt man in jedem Fall, das Ultimatum einzuhalten. Es sei denn... Und genau hier tritt der Top-Agent „007“ auf den Plan. Bond – James Bond – folgt einer heißen Spur und wird auch sehr schnell fündig. Largo heißt der Verdächtige und steht ab sofort unter engster Beobachtung durch den Agenten. In einem ständigen Kampf um Leben und Tod macht Bond einen Schritt nach dem nächsten – bis hin zum großen Finale unter Wasser, denn genau dorthin führen ihn alle Erkenntnisse... Als vierter „Bond-Film“ kam „Feuerball“ 1965 in die Kinos – und begeisterte dort ebenso wie alle vorherigen Abenteuer des „Agenten mit Lizenz zum Töten“. Sean Connery, der schon seit jeher recht robuste Bond-Darsteller (zum damaligen Zeitpunkt allerdings auch noch der bislang einzige) fand ebenfalls immer besser seinen Weg zur runden Darstellung des stets schurkenhaft wirkenden Spezial-Agenten. Gleichzeitig drehte „Feuerball“ auch auf, was exotische Locations anging: er zeigte auf für damalige Filme höchst eindrucksvolle und innovative Art und Weise (auch heute noch) allerfeinste Unterwasser-Action. Ebenfalls mit von der Partie: die schier unendliche Trickkiste des „Q“. Schnell hatte man erkannt, das neben den im Film eingestreuten „Spielzeugen“ des Mr. Bond insbesondere die Anfangssequenz ein ganz wesentlicher Moment auf dem Weg zur Ruhmfindung ist. Gerade zu Beginn der Dreharbeiten an „Feuerball“ feierte „Goldfinger“ (der unmittelbar vorhergehende Teil aus dem Jahr 1964) sein Kino-Debüt in Frankreich – und erntete dort bereits in der Anfangs-Sequenz Applaus und Begeisterung. Keine Frage: ein neuer Intro-Gag mit selber Rasanz und Exotik musste her – und dies war die Sternstunde für ein seltsames Fluggerät, das es wirklich einmal gegeben hat! So orderte man nämlich vom amerikanischen Militär eine Art Raketenrucksack, der in der Lage war, eine Person leidlich steuerbar durch die Luft zu befördern – für diese 21-sekündige Sequenz, in der Bond besagtes Vehikel als Fluchtfahrzeug nutzt, heuerte man eigens einen von lediglich zwei „befähigten“ US-Soldaten an, die als Stuntmen für die Szene agierten. „Feuerball“ überzeugt im Laufe des Filmes dann in der Tat wieder durch die für „Bond“-Filme übliche Atmosphäre: stets ein Hauch von Exotik, haufenweise wunderschöne Frauen, ein recht abgedrehtes „Weltbedrohungs-Szenario“ (dies sollte in späteren Filmen immer weiter zugespitzt werden) und ein James Bond, der beständig zwischen beherzt-brutaler Diensthandlung und Gags unter der Gürtellinie schwadronierte. Keine Frage: dem Publikum gefiel Sean Connery in der Rolle des smarten Agenten damals genau so gut wie heute! Zum Bild Erschreckend gute Arbeit wurde hier geleistet: der nun 35 Jahre alte Streifen wurde mit einer dermaßen hohen Bildschärfe versehen, das man sich fast nicht traut, konzentrierter hinzuschauen. Was die DVD-typischen Möglichkeit aus „Feuerball“ noch herauszuholen vermochten, ist wahrlich beachtlich: so brillieren zahlreiche Szenen mit einer solchen Detailfülle, dass beispielsweise der Direktvergleich mit den ebenfalls auf der DVD enthaltenen Kinotrailern oder im Rahmen des Making-Ofs verfügbaren Ausschnitten prompt einen Gedanken auf den Plan zaubert – „Wie konnte man nur so lange ohne DVD auskommen?“ Deutlich anzumerken ist allerdings auch, das die so gesteigerte Bildschärfe zum einen nicht konsequent durch den gesamten Film aufrechterhalten werden konnte (oder bewusst wurde) und gleichzeitig auch noch einige unangenehme Nebeneffekte mit sich bringt. Angesichts der recht häufigen und deutlichen Aliasing-Effekte sowie eines beinahe überdeutlichen Kanten- und Zeilenflimmerns in einigen bewegten Szenen stellt sich leider auch schon fast die Frage nach dem „Zuviel des Guten?“. Insbesondere während im Grunde aller Unterwasser-Aufnahmen kann die Bildschärfe nicht mehr mit dem Rest des Filmes mithalten – zwar wirkt Wasser realistischerweise immer ein wenig vertrübend und verschleiernd, der Unterschied im Gezeigten fällt dann aber doch so hoch aus, das hier sicherlich von Absicht geredet werden kann. Auch auffällig: im Film werden oft weiche, gleitende Szenenschnitte genutzt (wenn „die neue Lokation“ von links oder rechts kommend in die „alte“ übergeblendet wird) – genau während dieser Übergänge geht die Bildschärfe deutlich zurück, um sich nach Beendigung des Umschnittes wieder vollständig aufzubauen. Seltsam! Im anderen unangenehmen Fall, also dem hohen Zeilenflimmern, sind es insbesondere die wie immer recht üppig und dekorativ ausgestatteten Innenräume von Hotels (etc.), die aufgrund ihrer reichhaltigen Verzierungen und Deko-Elemente teils ein wahrhaftiges Eigenleben entwickeln – der ansonsten herausragende, anamorphe Transfer muss sich hier den Nachwirkungen der digitalen Bearbeitung also deutlich beugen: schade eigentlich. Trotz der beschriebenen Mängel fügen sich die positiven Aspekte des DVD-Bildes aber doch zu einem ausgesprochen schmackhaften Ganzen zusammen: im Endeffekt gefällt die außerordentlich hohe Bildschärfe natürlich besser als eine vergleichsweise flaue VHS-Kopie (in einigen Szenen wirkt das Bild schlichtweg umwerfend – und das Auge wird kaum mit dem Erfassen vieler Einzelheiten fertig!). Dazu gesellt sich ein sehr feiner Kontrast und die Wirkung der überkräftigen Farben, wie sie von alten Filmen ja oftmals bekannt sind. Insbesondere Gesichtsfarben wirken hier stark überzeichnet, dafür erstrahlen aber Himmelsaufnahmen in einem dermaßen satten Blau, das wahrhaft Lust auf Urlaub entsteht! Auch bezüglich digitaler Nebeneffekte gibt sich die DVD ansonsten ausgesprochen tapfer: unangenehmes, sofort wahrnehmbares Pixelrauschen konnte zu keinem Zeitpunkt wahrgenommen werden. Ehrlich gesagt konnte im Grunde gar kein nennenswertes Pixelrauschen festgestellt werden. Auch Kameraschwenks oder heftig-bewegte Szenen führen nicht zu merklichen Einbussen in der Qualität – unendlich gering die Wirkung von „Nachziehern“, entschuldbar das Abnehmen der Bildschärfe. Kurzum: aus dem 35 Jahre alten Originalmaterial zauberten die Bildtechniker eine DVD, die es in sich hat – und dem alten Bond-Streifen zu neuestem Glanz verhilft. Das es stellenweise deutlich flackert und pixelt, muss da einfach in Kauf genommen werden – die Alternative sieht man heutzutage selbst bei aktuellsten DVDs schon viel zu oft! Zum Ton Da kann man nur mit dem Kopf schütteln: wo andere Hersteller oft „zuviel des Guten“ auf ihren Covers anpreisen, stapelt MGM einmal mehr viel zu tief. So wird doch die englische Tonspur als „Mono“ ausgewiesen – ist sie doch aber gar nicht! Stattdessen wird der O-Ton-Fan durch einen recht feinen 5.1-Remix überrascht, ein Produktmerkmal, das ohne falschen Stolz jederzeit auf der DVD Verpackung vermerkt werden sollte! Es ist allerdings davon auszugehen, das es sich hierbei nur einmal mehr um einen Fehler in der Cover-Beschriftung handelt – bei MGM ja nicht gerade selten der Fall. Der direkte Vergleich zwischen deutschem und englischem Ton fördert dann auch sehr schnell gravierende Unterschiede zutage. So gibt sich der 5.1-Remix zwar an der Grenze des ja so deutlich nachträglich Machbaren, aber um Klassen vitaler. Insbesondere die sehr feine Stereokulisse überrascht dabei mit einer außerordentlich hohen Sprachverständlichkeit (zum Vergleich: einfach mal mit den Original-Ausschnitten aus der Extra-Abteilung der DVD gegenchecken!) und zahlreichen Stereo-Effekten. Ganz besonders auffällig hier dann auch der Trick, mit dem man dem deutschen Monoton eine deutlich verbesserte Sprachverständlichkeit zugeschustert hat: in Minute 96´20´´, dem romantischen Gespräch zwischen Bond und Domino am Strand, hält sich der deutsche Mono-Track bezüglich der Filmmusik überdeutlich zurück. Hier wurde die Musik, die im Original deutlich aus den Stereoboxen wahrnehmbar ist und der Filmszene eine ganz besonders drückende, geheimnisvolle Atmosphäre einhaucht, nahezu vollständig weggeregelt, um dem beinahe glasklar wiedergegebenen Dialog Vorzug zu leisten. Licht und Schatten also, aber im Falle eines Monotracks wohl kaum anders so zu lösen, das die Sprachverständlichkeit unter den Einflüssen von Musik und Effekten nicht auf der Strecke bleibt. Bezüglich Bass und insbesondere Räumlichkeitseffekten kann der englische 5.1-Remix dann aber auch nicht mehr verrichten, als zu erwarten gewesen wäre: so reduzieren sich die bidirektionalen Effekte einzig auf beispielsweise den berühmten Pistolenschuss in der Eingangssequenz eines jeden Bond-Filmes und eine handvoll kleinerer Einlagen durch den gesamten Film. Insgesamt spielt sich das akustische Geschehen also trotz 5.1 zumeist im vorderen Boxen-Bereich ab. Sonderliche Bassattacken sollte man ebenfalls nicht unbedingt erwarten – einzig das dumpfe Aufsetzen des bewusst wassergelandeten (entführten) Atombombers erzeugte einen doch ordentlichen „Rums“, sehr viel mehr gab es leider nicht zu vernehmen. Dennoch: berücksichtigt man das wohl zur Verfügung gestandene Material, hat man hier auf beiden Seiten Beträchtliches geleistet. Der deutsche Monotrack kommt keineswegs so verrauscht, dumpf und zischelnd daher, wie dies schon auf anderen DVDs gehört werden konnte, sondern glänzt durch eine außerordentliche Sprachverständlichkeit. Und der englische 5.1-Track zaubert ein sehr lebendig wirkendes Stereo-Panorama auf den Plan – und gibt die Vorzüge der feinen Filmmusik sowie der allgemeinen Klangkulisse überzeugend wieder. Übrigens: neben einem „winzigen“ Synchro-Fehlerchen ist es zum einen insbesondere Connerys unvergleichliche Original-Stimme sowie die beste Wirkung der deutlichen Anspielungen (die im Deutschen nur recht brav wiedergegeben werden), die eine Empfehlung für den englischen Track darstellen! Fehlerchen? Richtig: in der Einführungssequenz „SPECTRE“ trifft man sich und tauscht die „wirtschaftlichen Fortschritte“ untereinander aus. Die Ermordung eines chinesischen Doppelagenten brachte „im Originalton“ satte 40 Millionen Yen ein – in der deutschen Fassung indes nur 400.000 Yen. Ausgesprochen wenig nachvollziehbar – und da argwöhnt man dann natürlich schon, was „sonst noch so alles nicht passt“. O-Ton dringend empfohlen! Zu den Features MGM bleibt der Linie treu: auch diese DVD brilliert durch eine feine und sehr reichhaltige Auswahl an Extras sowie einem grafisch gigantisch inszenierten Menü. Leider muss man noch immer zunächst die gewünschte Sprachfassung auswählen und danach einen ominösen „Aktivieren“-Knopf betätigen, um in´s eigentliche Menü zu kommen. Das ist recht schade, können sich doch eigentlich alle DVD Spieler die gewünschte Sprachfassung kraft ihres Setups von allein zusammenreimen – und macht der unnötige Zwischenscreen mit der An-/Auswahl eines einzigen Menüpunktes „Aktivieren“ doch offenkundig überhaupt keinen Sinn! Danach geht´s dann aber kräftig los: vom Allerfeinsten präsentieren sich hier schnieke Animationen und der bekannte 007-Sound, um Lust auf die Navigation durchs sehr übersichtliche Menü zu machen. Die Rubrik „Zusatz-Optionen“ hat´s dann auch mächtig in sich: nicht weniger als 3 Original-Kinotrailer, 5 TV-Spots und ganze 10 Radio-Spots wollen betrachtet werden. Kurze Anmerkung zu den Kinotrailern: wie deftig Bond im Original agiert, macht ein Trailer deutlich. Hier kommt es u.a. zur Einblendung eines Textes „James Bond does it everywhere!“ – mit anschließender Darstellung einer Unterwasserliebesszene mit „der aktuellen Bondfrau“ aus „Feuerball“. Schlingel, wer da etwas Böses denkt... Neben einem etwa 3-minütigen „Einblick in Feuerball“ (wo einige Detailunterschiede zwischen Original-Dreh- oder erster Videofassung sowie letzter Videofassung aufgezeigt werden) formen das 30 minütige Special „Das Phänomen Feuerball“ sowie das 26 minütige Making-Of deutliche inhaltliche Schwerpunkte und liefern stellenweise hochinteressante Zusatzinformationen, die dieses Attribut auch wirklich verdienen. Ferner kann der geneigte Fan nicht nur einer, sondern gleich zwei Spuren mit Original-Audio-Kommentaren lauschen. Zum einen kommt hier der Regisseur zu Worte, zum anderen Drehbuchautor und Stunt-Koordinator. Toll! Abgerundet wird das Ganze dann noch durch ein wieder einmal recht informatives Booklet und eine Photogallerie auf der DVD. Fazit Bond ist nun mal Bond – entweder man mag diese wohl berühmteste Action-Thriller-Serie nicht, oder man liebt sie. Und dann gehört diese DVD allein schon aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer ganzen Sammlung, die in den nächsten Monaten durch MGM vervollständigt wird, in´s eigene DVD Regal. Weitere Vorzüge: das trotz einiger Abstriche klasse restaurierte Bildmaterial, der englische 5.1-Ton und selbst der sehr vernünftig aufbereitete deutsche Monoton. Und auch die „Extraaustattungs-Fraktion“ aller DVD Fans bekommt wahrhaft erlesene Kost geboten – nicht nur die Anzahl, sondern insbesondere auch die Qualität und beinahe liebevolle Inszenierung des DVD Menüs sprechen hier für sich!
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