
007 - Die Welt ist nicht genug (Special Edition) (The World Is Not Enough, 1999)

Action/Thriller,
 123min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 4010232003867 |
Wertung und Kurzfazit
| | (5/5) - (4/5) - (5/5) - (5/5) - (5/5) |
|
| Review von ()
 Gesamtansicht | Zum Film Brechen mit „007 – Die Welt ist nicht genug“ andere Zeiten an? Die Fraktion der Fans des smarten Briten hat sich längst in zwei Lager gespalten; wohl aufgrund der teils radikalen Kehrtwendung, die nach den letzten Folgen dieser weltberühmten Agenten-Kino-Serien auf den Leinwänden erschienen sind. Den einen fehlte stets das berühmte Etwas, das ganz besondere Flair der „alten“ Bonds, während die anderen sich fortan regelmäßig über saftige Gags und krachende Action freuten. Vorbei wohl auch endgültig das ewige Schauspieler-Dilemma: auch hier gab´s die eine oder andere Meinungsfraktion – angesichts der zahlreichen Bond-Darsteller auch nicht weiter verwunderlich. Ob es um George Laszenby ging, Roger Moore, Sean Connery, Timothy Dalton oder jetzt Pierce Brosnan – jeder dieser Darsteller verkörperte den „Agenten im Geheimdienst Ihrer Majestät“ auf seine höchsteigene Art und Weise. Mal smarter, mal komischer, mal härter, mal nachdenklicher und hin und wieder sogar auch ein wenig sentimental schoss sich der Bond quer durch die nahezu stets weltbedrohenden Szenarien. Nach der einen oder anderen anfänglichen Startschwierigkeit scheint „der Aktuelle“ den Bogen aber raus zu haben: im neuesten Bond-Streifen überzeugt er sowohl durch Ausstrahlung wie auch durch ausgewogene Streifzüge durch die Gefilde des Humors, der Action und der Nachdenklichkeit. Wem nun aber welcher Bond am Besten gefällt – nun: das muss jeder für sich selbst beantworten! Öl steht ganz hoch im Kurs – und zwar global. Kaum weiter verwunderlich, das es daher auch regelmäßig zu illegalen Handlungen und Terror-Anschlägen kommt. So ist es dann auch Sir Robert King, einer der weltweit größten Öl-Milliardäre, der zunächst die Entführung seiner Tochter Elektra ertragen muss, nur um sein Leben anschließend im Rahmen eines Attentats unmittelbar im Bürogebäude des britischen Geheimdienstes lassen zu müssen. Klar, das alle Beteiligten nach Aufklärung und – höchst selten der Fall – Rache sinnen. Klar auch, das es nur einen geben kann, der die notwendigen Qualitäten zur Klärung der mysteriösen Umstände mit sich bringt. Zwar muss 007 zunächst seine Leibärztin ein wenig „bestechen“, um die Freikarte für´s Handeln trotz Verletzung zu bekommen, am Ende ist es dann aber soweit: er darf die Spur aufnehmen, die in direkt in ein gigantisches Terror-Komplott führt. Als Leibwächter soll er unter anderem auch auf die Tochter des ermordeten Öl-Barons achten; allen Anzeichen nach soll nämlich sie die nächste sein, die ihr Leben verlieren wird. Nach einigen mühevollen (und stellenweise aber auch sehr gefälligen) Recherchen wird deutlich: hier wird ein tödliches Spiel gespielt. Aus einer russischen Versuchseinrichtung wird atomares Material entwendet – zwar nicht genug, um eine Atombombe zu bauen, aber doch genug, um in Verbindung mit dem Reaktorkern eines ebenfalls entwendeten russischen Atom-U-Bootes eine verheerende Kernschmelze durchzuführen. Und das Ziel lautet: Istanbul – die Metropole des globalen Erdöl-Handels. So nimmt James Bond die Fährte zu einem absolut skrupellosen Terroristen auf – und wird dabei in mehr als merkwürdige Ereignisse verwickelt, deren Auflösung eine immense Überraschung in sich birgt... Wie eingangs angedeutet, zeichnet sich dieser jüngste Bond-Streifen durch ein paar recht willkommene Änderungen in der Zielsetzung aus. Stumpfe Action-Unterhaltung und aus älteren Bond-Streifen bekannte „klemmende Gags“ gehören hier zum alten Eisen. Der neue Bond brilliert durch eine wesentlich perfektere Rückfindung an „die guten, alten Zeiten“, als dies zu erwarten gewesen wäre. Ungeheuer spannend, aber nie überzogen, spektakulär, aber nie unglaubwürdig und humorvoll, aber nie billig – dies dürften die wesentlichen Attribute der ausgezeichnet unterhaltenden Handlung sein. Im neuen Bond fällt auch auf, das die unterschiedlichen Positionen ein wenig näher zusammengerückt sind. So dürfen sich die „Guten“ dann doch endlich auch mal „einen schlechten Tag“ leisten – und die Bösen sind endlich klug genug, um sich zumindest nicht spielerisch umlegen zu lassen. Insgesamt ist es sogar in der Tat die „Intelligenz“, die den neuesten 007 auszeichnet – übermäßig literarisch wird´s zwar nicht, aber wo in anderen Bonds das Kinopublikum weniger vor Begeisterung denn vor Kopfschütteln applaudierte, reiht sich „007 – Die Welt ist nicht genug“ mühelos ein in die Riege hochwertig unterhaltender Action-Thriller. Freilich darf auch gelacht werden – stellenweise sind die Anspielungen, Wortwitze und kleineren Gimmicks dann so gut versteckt, das sie erst Minuten nach der jeweiligen Szene auffallen, um so nach und nach das Gefühl zu erwecken, „endlich wieder zuhause“ zu sein. Neben wunderbar ausgewählten Lokationen (gerademal eine der Besonderheiten der James Bond-Filme) sind es nicht nur die sorgfältig und durchaus auch recht glaubwürdig inszenierten Stunts, die einen ganz besonderen Charme versprühen. Ungeheuer atmosphärisch und spannungsgeladen bastelte Regisseur Apted hier ein Auf und Ab verwirrender Handlungs-Elemente zusammen, die den Zuschauer wahrhaft dazu animieren, mitzufiebern. Wie wird der Film wohl ausgehen? Und wer ist eigentlich der wahre Übeltäter? Mit „007 – Die Welt ist nicht genug“ betritt der Agent mit der Lizenz zum Töten endlich wieder ein Parkett, in dem der Zuschauer zwischen Fiktion und Wirklichkeit, beziehungsweise Wahn und Witz, in den Bann gezogen wird. Grandios. Zum Bild Was für den Agenten im Film ein harter Fall, muss für den Rezensenten der DVD nicht viel leichter sein: nur höchst selten liegen Licht und Schatten so eng beieinander, das die endgültige Note nur mit einer gehörigen Portion Wehmut vergeben werden kann. Aber immer alles schön der Reihe nach. Auf der klassischen Liste der Attribute, die man von MGM gewöhnt ist und nahezu unbesehen beinahe auch erwarten kann, brilliert die DVD mit einer mehr als knackigen Bildschärfe. Auch ist die gezeigte Qualität bezüglich Farben und Kontrast mit nur sehr wenigen Ausnahmen unumstritten beeindruckend. So lässt die ungeheuer atmosphärisch und gekonnt photographierte Ski-Verfolgungsjagd in den eisigen Abhängen eines Gebirges echtes Frösteln aufkommen – zum einen, weil der Wettlauf zwischen Abfahrtsjagd und Todeskampf ungeheuer packend inszeniert ist, zum anderen aber auch, weil hier die Lokation dermaßen satt, saftig und brillant über den Fernseher in´s Wohnzimmer gelangt, das man unwillkürlich zum Heizungsregler greifen möchte. Toll! Digitale Unzulänglichkeiten der besonders auffälligen Sorte gibt´s ebenfalls keine – zugegeben: in bewegten Szenen minimiert sich die Schärfe der Bildanteile doch merklich, kehrt dann aber stets nach Einnahme einer gewissen Ruheposition im Bild zur gewohnten Qualität zurück. Dieses Phänomen kann übrigens quer über alle DVDs und alle Produktionshäuser beobachtet werden und dürfte damit eher charakterliche Eigenschaft der „DVD an sich“ sein – und weniger mangelhaftes Talent beim Mastering-Prozess. Wieso dann aber der über weite Teile des Filmes herausragende Kontrast hier und da einer gewissen Milchigkeit weichen muss, bleibt ebenso schleierhaft wie der dadurch entstehende, temporäre Bildeindruck. Gelegentlich wirkt es so, als sei das Bild verraucht – was es aber ausschließlich in der „Spielsalon-Szene“ ist (da wird nämlich in der Tat „gepafft, das sich die Balken biegen“). Auch fällt hier und da eine doch deutliche Zunahme von flächigem Pixelrauschen auf – insbesondere nach dem (mit Minute 32 recht früh bemessenen) Layerwechsel und bei stark bewegten Szenen, die gleichzeitig eher im Düsteren spielen. Insgesamt betrachtet stellen die beschriebenen Bildmängel aber lediglich die Ausnahme von der Regel dar – noch dazu, weil man im Großen und Ganzen dann schon recht genau hinsehen muss, um sich der jeweiligen Problematik wirklich bewusst werden zu können. Wer dann „einfach nur den Film anschaut“, wird wohl mit Masse nicht einmal mitbekommen, das etwas nicht stimmt – so soll´s (wenn, dann) auch sein. Insbesondere die weitestgehend herausragende Schärfe ist es (bei nur minimalen Aliasing-Effekten, aber das sind in diesem Fall wirklich Peanuts), die der DVD eine bildliche Lebendigkeit verleiht, die ihresgleichen sucht. Stellenweise wirken die Szenen so lebensecht und gestochen, das man sich wünscht, einfach in´s Bild hineingreifen zu können, um beispielsweise eine Blume zu pflücken. Und genau das ist es, was die Vergabe der Note „4“ so leidig macht – eigentlich ist das Bild ja perfekt; weitestgehend sogar. Aber dann eben doch nicht so ganz. Zum Ton Eindeutig auf der Gewinnerseite befindet sich dann aber der Ton der DVD. Erstaunlich, was hier geleistet wurde. Einzig bemerkenswert: der deutliche Lautstärke-Unterschied zwischen den jeweiligen Synchronfassungen bzw. des Original-Tones im Center. Aber das ist nichts, was durch fixe Korrektur per Lautstärkeregler am Verstärker zu beheben wäre, geschweige denn nachteilige Folgen mit sich brächte. Stattdessen brilliert die DVD durch einen mehr als satten und beinahe stets präsenten Surround-Sound. Bassgewaltig rauschen Hubschrauber durch´s Bild oder dürfen Explosionen sich selbst feiern. Die Sprachverständlichkeit leidet grundsätzlich nie, so dass auch bei heftigster Action immer noch gute Verständlichkeit dominiert – da haben wir auch schon weitaus andere Dinge erlebt! Neben der hervorragend in Szene gesetzten Filmmusik, die ausgesprochen dynamisch zu Werke geht und noch dazu herrlich detailliert das gesamte Wohnzimmer einnimmt, sind es die zahlreichen Richtungseffekte, die im wahrsten Sinne des Wortes „richtungsweisende“ Wirkung haben. Da kann dann schon mal ein schwerer Truck für gewaltiges Unwohlsein sorgen – wenn man hinterrücks von ihm überrollt wird. Auch die Schusswechsel zwischen den jeweiligen Parteien kommen ausgezeichnet zur Geltung – so soll´s sein: hervorragend! Zu den Features Hier darf der brüllende MGM-Löwe allen anderen großen Vertretern seiner Zunft beweisen, was in ihm steckt: nämlich sogar mehr, als er freiwillig preiszugeben in der Lage (oder Stimmung?) ist. Zusätzlich zu den ohnehin schon leckeren Extras auf dem Cover befinden sich nämlich noch ein paar nette Extra-Extras mit auf der DVD. Allen voran sicherlich die Würdigung des vor einigen Wochen verstorbenen Desmond Llewelyn, der als Darsteller des „Q“ ein Millionen-Publikum über ganze 17 Bond-Filme hinweg begeisterte. Aber auch das „Making of“ weiß zu gefallen: einmal schon aufgrund der Länge und des wirklich interessanten Inhaltes aus sich selbst heraus, und zum anderen auch deswegen, weil ihm zur Seite noch ein paar andere Clips gestellt wurden, die fein aufeinander abgestimmt sind und eine sinnvolle Ergänzung bilden. Inhaltlich gibt´s also einiges, was das Herz begehrt – und wem die „Making of“-Anteile nicht reichen, der ist gut beraten, in die beiden Audio-Kommentare hereinzuhören. Auch für Auge und Ohr wird einiges geboten: so ist das DVD Menü beeindruckend in Szene gesetzt worden und passt sich auf technisch-elegante und ganz besonders „druckvolle“ Art und Weise wunderbar an den Film-Plot an. Die Navigation fällt im Grunde immer leicht – einzig ein wenig Grübeln ist angesagt, wenn es um die Bedienelemente geht, bei denen Anleihen an gängigen Funktionssymbolen auf HiFi-Geräten genommen wurden. Wer aber einmal auf ein solches Icon geclicked hat, weiß fortan, was für eine Aufgabe es hat – denn hier wurde fein auf Kontinuität geachtet. Neben dem obligatorischen Kinotrailer und dem wie immer bei MGM vorhandenen, bebilderten und 8-seitigen Booklet gibt´s als Dreingabe noch den phantastischen Titelsong des aktuellen Bond-Streifens als Musik-Video dazu („Garbage“). Was will man mehr? Na klar: „Mehr Bond – am Besten gleich alle auf einmal!“ Fazit Das ist es! Ein toller Film in leckerster Verpackung und mit allem, was das Fan-Herz so begehren möge. Wo sich der Film durch intelligente Inszenierung, rasante Action und durchaus gegebene Glaubwürdigkeit auszeichnet, brilliert die DVD in Bild und Ton. Die wenigen Abstriche, die bezüglich des Bildes hinzunehmen sind, werden perfekt wettgemacht durch die herausragende Dreingabe an Extras – von denen einige noch dazu nicht einmal auf dem Cover vermerkt worden sind. Kurzum: sobald die DVD ihre Arbeit im Laufwerk aufgenommen hat, wird eine andere Welt betreten. Nämlich die des „Agenten mit der Lizenz zum Töten“. Film ab!
| Lese auch die restlichen Informationen
 Gesamtansicht
|
Möchtest Du diesen Artikel kommentieren? Dann benutze den unteren Link, um auf Basis dieses Artikels eine Diskussion in unserem Forum zu starten und mit interessierten DVD Fans ins Gespräch zu kommen! | |
|