
Die Wiege der Sonne (Rising Sun, 1993)

Thriller,
 124min, , , Widescreen, (anamorph), PAL, EAN: 4010232852083 |
Wertung und Kurzfazit
| | (4/5) - (3/5) - (4/5) - (1/5) - (3/5) |
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| Review von ()
 Gesamtansicht | Zum Film Michael Crichton – auch weniger belesene Film- und Kino-Fans ist dieser Name geläufig. Zeichnet sich dieser Autor doch verantwortlich für zahllose Bestseller oder zumindest handerlesene Thriller. Zahlreiche seiner Bücher dienten bereits als Vorlagen für mehr oder minder erfolgreiche Filme – so finden sich bereits Adaptionen seines Buches „Kongo“ (Outbreak), „Der große Postraub“ (ebenfalls mit Sean Connery verfilmt) oder nicht zuletzt auch „Jurassic Park“, für den Crichton die überaus intelligente Buchvorlage schuf. Mit „Nippon Connection“ steuerte er dem allgemeinen Buchmarkt einen weiteren Bestseller bei – und nun liegt mit „Die Wiege der Sonne“ auch hierzu die Kino-Verfilmung als deutsche DVD vor. Während einer gesellschaftlichen Veranstaltung eines japanischen High-Tech-Konzerns geschieht ein Mord. Alle Indizien deuten zunächst auf eine ganz besondere, sexuelle Eskapade hin – wären da nicht einige Ungereimtheiten und insbesondere auch die ungewöhnliche Mentalität der japanischen Angestellten. Kurzerhand wird Web Smith, der hiesige Sonderbeauftragte für Straftaten mit Bezug auf die japanische Gesellschaft auf den Plan gerufen – und ihm noch sehr viel schneller die allerortens bekannte Persönlichkeit des John Connor zur Seite gestellt, der sich ganz der japanischen Kultur zugewandt hat. Durch die zahlreichen Haken und Ösen, die im Rahmen der Klärung des Falles und insbesondere aufgrund der sehr besonderen Umgangsformen der Japaner aufkommen, wird zunächst nur eines sehr schnell klar: „Um einen ganz normalen Mord handelt es sich ganz gewiss nicht!“ So verschwindet beispielsweise die Aufzeichnungs-Laserdisc der Überwachungskameras, die den Tatort während der gesamten Zeit im Blickfeld hatten; auch entpuppt sich die Ermordete als Gespielin eines eng mit dem Konsortium verstrickten Japaners. Und überhaupt deutet nach und nach immer mehr darauf hin, das nicht der Mord selbst, sondern ein in der Abwicklung befindliches Mega-Geschäft die hochpriore Aufmerksamkeit der japanischen Belegschaft genießt... Kurzum: für den Ermittler Web Smith und dessen Ratgeber Connor brechen verwirrende und nach und nach immer gefährlichere Zeiten an. Je näher sie nämlich der Lösung des Falles kommen, umso gefährlicher wird es für sie auch. Angefangen bei Verleumdungen, über urplötzlich wieder auf dem Tisch liegende Bestechungsvorwürfe bis hin zu Gewaltandrohung und Mord schlägt ihnen alles entgegen, was „der Gegner“ zu bieten hat... Im Gegensatz zum ersten Eindruck, der nach der Lektüre des Covertextes der DVD aufkommen mag, handelt es sich bei „Die Wiege der Sonne“ um eine ebenso ruhige und wenig action-betonte Geschichte, wie es auch im Buch „Nippon Connection“ dargebracht wird. Zwar finden sich die eine oder andere kleinere Verfolgungsjagd und Wesley Snipes kann sogar seine Kampfsport-Talente durchsetzen, „Die Wiege der Sonne“ spricht aber eher den an spannenden Thrillern interessierten Film-Fan als den klaren Action-Cineasten an. Der mit 124 Minuten subjektiv ein wenig zu lang geratene Film bietet dann aber trotz der einen oder anderen Länge ein reichliches Maß an Spannung – insbesondere auch die sehr dichte und atmosphärische Darstellung der „Andersartigkeit“ der japanischen Gesellschaft schafft einen Reiz, um den sich zumindest im Buch in der Tat alles dreht. Dem Film selbst gelingt es leider nicht völlig, konsequent in die tief ausgetretenen Fußstapfen der Vorlage zu treten: obwohl genügend Zeit vorhanden gewesen wäre, wirkt insbesondere der Charakter des mysteriösen John Connor zu undetailliert und unwirklich. Wesley Snipes wiederum kann hier zeigen, das neben „Vampire jagen“ und allgemein „Bösewichter verprügeln oder selbst einer sein“ doch noch ein echter Schauspieler in ihm steckt. In der einen oder anderen Szene spielt er die Rolle des Web Smith so überzeugend, das man (selbst als Snipes-Fan mit Kenntnis aller Filme) urplötzlich den Eindruck hat, einen ganz anderen Snipes zu erleben. Toll! Kurzum: ohne Rücksicht auf die Buchvorlage kann der von Regisseur Kaufmann entwickelte Film durchaus als sehr spannend und vor allem auch logisch inszenierter Thriller gefallen; insbesondere die sehr dichte und sehr fesselnde Atmosphäre sind hier eindeutiger Garant „vergnüglicher“ (es geht ja immerhin um Mord!) zwei Stunden. Chrichton-Fans könnten aber doch eine kleine Enttäuschung erleben – aber so ist das nun mal: nur höchst selten gab es Buchvorlagen, die auch adäquat auf Film gebannt werden konnten. Oder ist es etwa schon mal jemandem gelungen, ein „echtes“ Buch in nur zwei Stunden zu lesen...? Zum Bild „Die Wiege der Sonne“ hinterlässt einen recht faszinierenden, wenn auch verwirrenden Gesamteindruck. Offenbar ist man dem Film mit zahlreichen Tricks zu Leibe gerückt, um die eine oder andere der typischen DVD-Krankheiten in den Griff zu bekommen. Allem voran ist es die Bildschärfe und die Natürlichkeit der Farben, die zu loben wären. Mit nur sehr wenigen Ausnahmen zeichnet die DVD nämlich über nahezu die gesamte Spielzeit ein so detailliertes Bild, das es regelrecht zur Freude wird, auf „Struktur-Suche“ zu gehen. So lassen sich beispielsweise die minimalen Porositäten in der Lederausstattung des Luxuswagens vom Konzern-Chef ausmachen, aber auch die deutlich unterschiedliche Garnführung in den Anzügen zweier nebeneinander stehenden Personen ausmachen. Holzstrukturen, Stoffe oder Marmor – alles fein gezeichnet. Einen großen Haken bezogen auf die Schärfe gibt´s aber auch: sie wurde (wohl auch in Verbindung mit Maßnahmen gegen das „Pixelrauschen“) durch stellenweise ausgesprochen hässliche Aliasing-Effekte und deutliches Kantenflimmern erkauft. Befinden sich dünne, farblich vom Hintergrund extrem abgesetzte Linien im Bild, so ist doch eine deutliche Pixel-Struktur erkennbar. Bewegt sich das Ganze dann auch noch, nimmt das Kantenflimmern bei stark abnehmender Gesamtbildschärfe zu. So verkommt die gegen den knallblauen Wolkenhimmel durchhängende, schwarze Telefonleitung zum wahren "Pixelmonster". Glücklicherweise kommt es nur in einer Handvoll Szenen zu derart störenden Effekten – auch das bei Bewegungen entstehende Kantenflimmern hält sich einigermaßen in Grenzen, ist aber stets deutlich wahrnehmbar. Die recht natürlich wirkenden Farben werden gestützt durch einen satten Kontrast – so legte man offenbar deutlichen Wert auf tiefes „Schwarz“, das ohne farbliche Verfälschungen zum Ausdruck kommen kann. Wo es in früheren DVD Releases noch zu blautönigen Verfärbungen kommt, bleibt´s hier satt schwarz. Leider wirkt das Bild in helleren Szenen dann stellenweise aber auch minimal überhellt – kann das eine ohne das andere nicht? Vom leider größten Effekt ist dann letztlich aber das gesamte Bild betroffen: einer Zwiebelhaut gleich ist die gesamte Bildfläche stets durch ein sehr dezentes Pixelrauschen überzogen; bei sehr genauem Hinsehen lassen sich so recht regelmässige Strukturen ausmachen – je heller das Bild, umso deutlicher die Wahrnehmung. Glücklicherweise – und das allen bisherigen Negativ-Äußerungen zum Trotze – beschränken sich die gröbsten Fehler auf nur eine Handvoll Szenen. Das beschriebene, stets präsente Pixelrauschen ist wiederum nur dann „gut“ wahrnehmbar, wenn das Bild allgemein durch recht helle Farbtöne dominiert wird. Im Gesamteindruck lässt sich „Die Wiege der Sonne“ auf jedem Fall noch ordentlich ansehen, auch ohne von der DVD enttäuscht zu sein. Zur Höchstnote reichts aber beileibe leider nicht – und da es bei uns keine Zwischennoten gibt, muss die Entscheidung auf eine „starke“ Note „3“ fallen. Zum Ton Hier hat man in der Tat ganze Arbeit geleistet – so paradox es angesichts der Tatsache, das die deutsche Tonspur nur in DD2.0 Dolby Surround ertönt, auch klingen mag. Diese ist nämlich glasklar und sehr dynamisch abgemischt worden. Die Dialoge ertönen stets aus dem Center, die Geräuschkulisse von vorn ist herrlich breit und auch von hinten gibt´s sehr oft sehr viel zu hören. Insbesondere die zahlreichen asiatischen Klanganteile der Filmmusik wurden hier über die Nutzung der hinteren Boxen (also des hinteren Mono-Kanals) stark aufgewertet. Aber auch das dumpfe, stets präsente Rauschen einer Großraum-Klimaanlage fehlt nicht. Auf den deutschen Ton bezogen also: „Schade, nur Dolby Surround“. Aber eben auch: „Dafür taff gemacht!“ Bei der Original-Tonspur verhält es sich ein wenig anders: hier konnte man auf 5.0-Material zurückgreifen. Trotz des fehlenden Subwoofer-Kanals geht´s hier noch reichlich dynamischer zu Werke. Wechselt man aus der deutschen auf die Original-Tonspur, so entfaltet sich die tolle Filmmusik plötzlich noch ein ganzes Stück weiter und wird durch fein gestaffelte Instrumentierungen komplettiert. Effektmässig sieht´s leider ein wenig düsterer aus: sehr viel mehr als ohnehin schon in der Surround-Fassung zu hören ist, gibt´s hier nämlich nicht zu hören. Aber wie gesagt: „Die Wiege der Sonne“ ist ja auch eher ein ruhiger Thriller denn ein explosionsgewaltiger Action-Reißer! Zu den Features Hier hat man sich mit dem absolut Nötigsten zufrieden gegeben: das animierte Menü beschränkt sich auf simples „Ein-Faden“ – danach bewegt sich nichts mehr. Auch die Vertonung ist recht sparsam bemessen: mehr als eine art „japanische Version eines Tusches“ (bzw. eben einem Minipart aus der Filmmusik) bekommt man nicht geboten. Kaum hat sich die Tonkulisse komplett aufgebaut, wird sie auch schon wieder ausgeblendet. Schade, zeigte doch beispielsweise „Corruptor“, welch ansprechende Wirkung gerade asiatische Klänge auf ein DVD Menü haben können. Inhaltlich gibt´s dann neben der obligatorischen Sprach- und Kapitelwahl (immerhin: 26 Stück mit dem letzten direkt auf dem Abspann) nur noch den originalen Kinotrailer zu bemerken. Sehr fein auch, das Fox konsequent an die hörgeschädigten Filmfans denkt – anderen Herstellern gelingt es hier immer öfter, nicht einmal wenigstens deutsche Untertitel anzubieten. Bei Fox gibt´s noch tonale Beschreibungen dazu. Fazit Fazit: Wer Wesley Snipes und/oder Sean Connery mag, ist mit „Die Wiege der Sonne“ bestens beraten. Spannende, aber sehr ruhige Unterhaltung ist hier garantiert – und nicht zuletzt auch die vielen anderen bekannten Gesichter drücken dem Film eine ganz besondere Note auf (u.a. Steve Buscemi, Tia Carrere und Harvey Keitel). Fans dekorativer Extras werden einmal mehr enttäuscht – und Qualitäts-Sammler müssen Einschränkungen hinnehmen, die vielleicht vermeidbar gewesen wären. Kurzum: DVD-technisch betrachtet sicher kein Juwel, vom Film her aber durchaus reizvoll!
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